30.000l Wasser sorgen für wohlige Christmette

Die Fußbodenheizung im Wiener Stephansdom sorgt dafür, dass Kirchgänger während der Messe keine kalten Füße bekommen. Doch auch der Dom wird damit geschützt.
In vielen Gebäuden sind Fußbodenheizungen mittlerweile eine Selbstverständlichkeit, das aber auch der altehrwürdige Wiener Stephansdom damit erwärmt wird, ist wohl den meisten Besuchern unbekannt.

Fernwärme sorgt seit 17 Jahren für warme Füße

An insgesamt 13 Lüftungsauslässen strömt die warme Luft in den Dom. "Die Versorgung des Stephansdoms über Fernwärme gibt es bereits seit 2001", erklärt Wien Energie-Geschäftsführer Michael Strebl. Pro Stunde laufen hier unter den Füßen der Dom-Besucher bis zu 30.000 Liter Wasser durch die Rohre. Von dem sogenannten Gebietsumformer unter dem Erzbischöflichen Palais in der Rotenturmstraße (City) wird das Warmwasser in eine Verteilstation im Keller der Wiener Dombauhütte und von hier in den Steffl geleitet.

Schutz für Dom-Kunstwerke

Die Temperatur im Stephansdom beträgt konstant etwa 12 Grad Celsius. Das kommt nicht nur den Besuchern, sondern auch dem Bauwerk selbst als denkmalpflegerische Maßnahme zu Gute: Durch die gleichmäßige Wärme können etwa Frostschäden an Altären, Skulpturen und wertvollen Bildern vermieden werden. Zwei Fühler messen im Steffl die Temperatur, auch die Feuchtigkeit in der Kirche wird laufend gemessen und, wenn notwendig, angepasst.

"Direkt bemerkbar wird die Wärme, wenn man direkt über eines der Gitter im Dom geht. Das Wasser läuft hier mit etwa 70 Grad Celsius durch, die erwärmte Luft tritt durch die Gitterroste mit einer Neigung von circa 15 Grad aus. Dadurch kann eine regelmäßige Luftzirkulation sichergestellt werden", erklärt Wien Energie-Techniker Günter N. (50).

CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Nun auch Steinmetze angeschlossen

Seit Oktober 2018 wird nun auch die Dombauhütte selbst mit Fernwärme gewärmt. "Vorher hatten wir noch eine Gasheizung", erzählt Dombaumeister Wolfgang Zehetner. In nur rund drei Monaten wurde vom alten Heizsystem auf Fernwärme umgestellt. "Der Einbau der Rohre war auch für Historiker und Archäologen von besonderem Interesse", so Zehetner. Sie hofften so, dem Steffl weitere Geheimnisse zu entlocken.

"Lange wurde angenommen, dass das Gebiet rund um die römische Stadt bis 1137 nur grün war. Doch beim Einbau der Heizelemente wurden Reste einer Kapelle aus dem 8. oder 9. Jahrhundert, von römischen Lagern oder des Portal des alten Stephansdoms gefunden. Das ermöglicht ganz neue Erkenntnisse über die Geschichte des Doms und der Stadt Wien", so der Dombaumeister.

Pro Jahr werden 100 Tonnen CO2 eingespart

Dass die Anlage im Stephansdom effizient ist, zeigt sich nicht nur am Verbrauch: Pro Jahr verbraucht der Steffl rund 360 Megawattstunden, soviel wie rund 30 Wiener Haushalte. Daneben ist die Fernwärme-Versorgung auch umweltfreundlich: Durch die Umrüstung auf Fernwärme spart der Dom dabei 100 Tonnen CO2 pro Jahr. (lok)

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