Vietnam plant ein Stadion der Superlative: Mit 135.000 Sitzplätzen und geschätzten Kosten von rund 32 Milliarden Euro soll das Trong-Dong-Stadion künftig die größte Arena der Welt werden. Der Bau des Mega-Projekts hat bereits begonnen.
Entstehen soll der gigantische Komplex im Süden der Hauptstadt Hanoi, in der Gemeinde Thuong Phuc. Geplant ist nicht nur ein Stadion, sondern gleich eine ganze olympische Sportstadt rundherum. Architektonisch orientiert sich das Design an der traditionellen Dong-Son-Trommel, einem der bedeutendsten Kultursymbole des Landes.
Finanziert wird das Vorhaben vom vietnamesischen Mischkonzern Vingroup. Dessen Vorsitzender Pham Nhat Vuong gilt mit einem geschätzten Vermögen von 26,1 Milliarden US-Dollar als reichster Mann Vietnams.
Neben der enormen Kapazität setzt das Projekt vor allem auf modernste Technik. Der Rasen soll innerhalb von sechs bis zehn Stunden komplett austauschbar sein. Ein intelligentes Sitzsystem mit 5G-Anbindung und Echtzeit-Sicherheitsüberwachung ist ebenso vorgesehen wie nachhaltige Lösungen: 70 Prozent des Wassers sollen recycelt werden, UV-Schutz und natürliche Belüftung den Energieverbrauch der Klimaanlagen senken. Der exklusive VIP-Bereich ist speziell für den Empfang internationaler Staatsoberhäupter konzipiert.
Aktuell gilt das "Stadion Erster Mai" in Nordkorea mit 114.000 Plätzen als größte Fußball- und Leichtathletik-Arena der Welt. Auch das im Bau befindliche Hassan-II.-Stadion in Marokko (115.000 Plätze) sowie das Narendra-Modi-Stadion in Indien mit 132.000 Sitzplätzen, allerdings ein reines Cricket-Stadion, wären kleiner als das geplante Trong-Dong-Stadion.
Die Fertigstellung der Arena ist für August 2028 vorgesehen. Bis 2035 sollen auch das Verkehrssystem, das neue Stadtviertel und sämtliche Einrichtungen der Olympischen Sportstadt abgeschlossen sein. Mit dem Milliardenprojekt will sich Vietnam langfristig als Gastgeber für Großereignisse wie Weltmeisterschaften, Olympische Spiele oder kontinentale Turniere positionieren.