Der Klimawandel bringt nicht nur Gletscher zum Schmelzen, sondern könnte schon bald auch den Termin der Olympischen Winterspiele verschieben. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) denkt laut darüber nach, die Spiele künftig bereits im Jänner zu veranstalten - statt wie bisher im Februar oder März.
"Vielleicht diskutieren wir auch darüber, die Olympischen Winterspiele etwas nach vorn zu verlegen", erklärte IOC-Mitglied Karl Stoss, der als Österreicher auch die Überprüfung des Sportprogramms leitet, kurz vor Beginn der Eröffnungsfeier in Italien. Ein früherer Termin sei Teil aktueller Überlegungen - auch, um bessere Schneebedingungen zu erwischen.
Die Änderung hätte auch Folgen für die Paralympics. "Vielleicht finden die Paralympics im Februar statt und die anderen Spiele im Januar. Auch das ist Teil unserer Diskussionen", so Stoss. Aktuell sind die Paralympischen Spiele in Italien vom 6. bis 15. März angesetzt - ein aus heutiger Sicht riskanter Zeitpunkt. "Der März ist sehr spät, weil die Sonne dann stark genug ist, um den Schnee zu schmelzen", warnt Stoss.
Und tatsächlich: Der Klimawandel setzt dem Wintersport weltweit zu. In Cortina d’Ampezzo, einem der Olympia-Orte, stieg die durchschnittliche Februar-Temperatur seit 1956 um 3,6 Grad. Die Zahl der Frosttage schrumpfte gleichzeitig um 19 Prozent - das berichten Klimaexperten der Organisation Climate Central.
Auch die Zukunftsaussichten sind alles andere als frostig: Laut einer Studie könnten in den 2050er Jahren nur noch 52 von 93 potenziellen Olympia-Standorten stabile Winterbedingungen garantieren. Die Zahl verlässlicher Austragungsorte nimmt mit jedem Grad Erderwärmung weiter ab.