250.000 Jobs in Österreich

Alarm! 98 Prozent der alpinen Skigebiete droht Aus

Laut neuer Studie droht fast allen Skigebieten Europas das Aus. Kunstschnee wird zur Kostenfalle - und Skifahren zum Luxusgut.
Bernd Watzka
12.01.2026, 14:48
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Skifahren, wie wir es kennen, steht - trotz aktuell winterlicher Lage - vor dem Aus: Eine aktuelle Studie in "Nature Climate Change" warnt, dass bei ungebremster Erderwärmung 98 Prozent der europäischen Skigebiete künftig zu wenig Schnee haben werden. Selbst wenn die Temperatur "nur" um zwei Grad steigt, kann mehr als die Hälfte nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden.

Schon jetzt gerate das auf Kunstschnee basierende Geschäftsmodell ins Wanken. Die Kosten für künstliche Beschneiung explodieren, Skipässe sind in den vergangenen zehn Jahren um 34 Prozent teurer geworden. Skifahren wird zum Luxus.

Wintertourismus bringt 12,6 Mrd. Euro

Besonders betroffen: die Alpenregion, Zentrum des europäischen Wintertourismus mit 80 Millionen Einwohnern und Milliardenumsätzen. Allein in Österreich bringt der Wintertourismus 12,6 Milliarden Euro und sichert 250.000 Jobs.

Kunstschnee heizt Klimawandel an

Der Preis der Erwärmung ist hoch: Eine Piste von einem Kilometer Länge verschlingt bis zu 40.000 Euro für Kunstschnee - und eine Million Liter Wasser pro Hektar. Der Energieverbrauch für alle Alpenregionen entspricht dem von 130.000 Haushalten. Ironisch: Der künstliche Schnee heizt mit seinem Wasser- und Energiehunger den Klimawandel weiter an.

Olympia - immer weniger Austragungsorte

Auch das Internationale Olympische Komitee schlägt Alarm. Von 21 bisherigen Austragungsorten der Winterspiele wären laut Studie bis 2050 nur noch vier geeignet - und bis 2080 nur noch einer: Sapporo in Japan.

Durch den Klimawandel verschärft sich zudem die soziale Schieflage in den Bergen: In der Schweiz können sich viele das Skifahren nicht mehr leisten. In Italien kosten Tagestickets 2025 bereits bis zu 86 Euro - ein Preissprung von über 30 Prozent in nur vier Jahren.

Radikales Umdenken notwendig

Wissenschaftler fordern ein radikales Umdenken: neue Tourismuskonzepte, gemeinsame Wasserstrategie und weniger Abhängigkeit von Schnee. Denn: Je wärmer es wird, desto mehr drängen reiche Skitouristen in die wenigen noch schneesicheren Orte - mit Folgen für Umwelt und Emissionen.

Fakt ist: Die Schneekanone ist kein Retter, sondern Teil des Problems. Wenn die Politik nicht rasch handelt, wird Skifahren bald zum teuren Privileg - und die weiße Pracht zur seltenen Ausnahme.

{title && {title} } bw, {title && {title} } Akt. 12.01.2026, 15:05, 12.01.2026, 14:48
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