Nach den starken Schneefällen am Wochenende herrscht in Teilen Westösterreichs weiterhin höchste Alarmbereitschaft: Die Lawinengefahr ist massiv gestiegen. In Tirol, Vorarlberg, Salzburg und der Steiermark wurden gleich mehrere Wintersportler von Lawinen erfasst - eine Skitourengeherin in Tirol überlebte nicht.
Allein in Tirol galt am Sonntag Warnstufe vier von fünf - also "große Gefahr". Besonders betroffen: die Arlberg-Region. Die Behörden riefen Wintersportler zur Zurückhaltung auf. Im Bezirk Schwaz wurde eine Frau von einer Lawine verschüttet. Sie starb später im Spital.
In St. Anton am Arlberg wurden zwei Menschen bei Lawinenabgängen verletzt. Auch in Zürs (Vorarlberg) wurden zwei Deutsche von einem Schneebrett rund 70 Meter mitgerissen. Beide konnten geborgen werden.
In Salzburg und der Steiermark stufen die Lawinenwarndienste die Gefahr aktuell als "erheblich" ein. Mehrere Tourengeher wurden am Wochenende verletzt - unter anderem bei Hintersee, Tweng und Obertauern. Die Flugrettung musste zu mehreren Einsätzen ausrücken.
Auch in Frankreich forderten die Schneemassen Todesopfer: In den Alpen starben am Wochenende sechs Skifahrer abseits der Pisten. Die Präfektur Savoyen zählte allein Sonntagfrüh sechs Lawinenabgänge.
Die extreme Wetterlage ist kein Zufall: Klimaforscher warnen, dass der Klimawandel die Schneedecke instabiler macht. Weniger, aber intensiverer Schneefall, Regen im Winter und rasche Temperaturwechsel sorgen für brüchige Schichten in der Schneedecke - Lawinengefahr steigt.
Auswirkungen der Erderwärmung auf Lawinen
Fakt ist: Der "weiße Tod" wird durch die Klimakrise nicht harmloser - sondern tückischer, weil die Schneeverhältnisse unberechenbarer werden. Das bedeutet nicht automatisch mehr Lawinen - aber gefährlichere Bedingungen, gerade für Tourengeher und Wintersportler. Wer ins freie Gelände geht, muss besser denn je vorbereitet sein.