100.000 Euro Strafe, drei Top-Heimspiele ohne Heimsektoren – diese Strafe fasste Rapid für den Pyro-Eklat des eigenen Anhangs im letzten Derby gegen die Austria aus. Die Verfehlungen einer Handvoll Fans kosten dem Klub mittlerweile richtig viel Geld. "Heute" hat nachgerechnet: Seit der Saison 2013/14 wurden an reinen Geldbußen 3,1 Millionen Euro fällig. Vorläufiger Höhepunkt war die Spielzeit 2024/25 mit 640.950 Euro Geldstrafen.
Zum Vergleich: Das Frauenteam ist bei Rapid pro Saison mit rund 500.000 Euro budgetiert. Für die Finanzierung bittet der Klub seine Fans um Spenden. Auch weil die Gelder fehlen, die in die Strafen fließen.
Der jahrelange milde Umgang des Klubs mit seinen wenigen, aber teuren Problemfans stört mittlerweile immer mehr den großen Teil des Rapid-Anhangs. Auch die Klub-Legenden halten mit ihrer Meinung nicht mehr hinter dem Berg. "Man muss diese Fans endlich zur Verantwortung ziehen. Niemand von Rapid traut sich darüber zu reden, was passiert ist. Das sind ja nur wenige, die das machen, das sind ja nicht alle. Das muss ein kleiner Kreis sein, den muss ich finden – und das hätte schon viel früher passieren sollen", poltert etwa Hans Krankl.
Auch Stefan Maierhofer, Torjäger der letzten Meistermannschaft 2008, findet klare Worte. "Rapid muss endlich rigoros durchgreifen. Der Klub geht vor den eigenen Fans seit Langem in die Knie. So wird sich nie etwas ändern. Dabei sind es nur ein paar Unbelehrbare, die allen anderen schaden", sagt er im ORF. Sein Rat: "Es sind nicht viele, die für Ärger sorgen. Vielleicht eine Handvoll, maximal 100. Die muss man für immer aus dem Stadion verbannen. Wie in England.“
Sollte Rapid das Fan-Problem nicht in den Griff bekommen, sieht Maierhofer für Grün-Weiß sportlich schwarz: "Ich fürchte, dass es noch zehn oder mehr Jahre dauern wird, bis Rapid nach 2008 wieder Meister wird. Falls sich nichts ändert."
Generell lobt Maierhofer die Hütteldorfer Fans. "Rapid hat einen ganz besonderen Anhang. Die Fans sind überaus treu und wichtig. Sie erzeugen eine unvergleichliche Wucht im Stadion. Bei dieser Energie spielst du dort selbst als Gegner gerne. Aber wenn es immer wieder Randale gibt und die Vereinsführung nicht durchgreift, schneidet man sich bei Rapid ins eigene Fleisch."