Wien bleibt auch im niedergelassenen Bereich ein Magnet. Rund 32 Prozent jener Menschen, die 2024 in Wien eine Arztpraxis aufsuchten, wohnen in Niederösterreich. Das zeigen Zahlen des Dachverbands der Sozialversicherungsträger.
Konkret wurden im Jahr 2024 in ganz Österreich exakt 8.383.588 Patientinnen und Patienten im niedergelassenen Bereich registriert. Fast drei Millionen davon, also etwas mehr als 35 Prozent, wurden in Wien behandelt. Rund 950.000 dieser Patienten kamen aus Niederösterreich. Aus dem Burgenland suchten 121.910 Menschen mit dortigem Wohnsitz eine Wiener Ordination auf.
Im Unterschied zu den Spitälern sorgt das im Rathaus jedoch nicht für Ärger. Denn im niedergelassenen Bereich trägt nicht die Stadt die Kosten, sondern die Österreichische Gesundheitskasse ÖGK. Die Zahlen würden vielmehr die Leistungsfähigkeit des Wiener Systems zeigen.
Anders sieht es bei planbaren, nicht akuten Eingriffen in städtischen Spitälern aus. Hier schwelt seit Längerem ein Streit um Gastpatienten. Wien verweist auf Mehrkosten, die laut Stadt nicht abgegolten werden, und möchte den Zustrom zumindest eindämmen.
Im Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) wird auf unterschiedliche Ausstattungen der landesfondsfinanzierten Krankenanstalten verwiesen. Die höchste Dichte an Ärzten hätten Wien, Tirol und Salzburg. Das seien auch jene Länder, die finanziell mehr für Gastpatienten aufbringen müssten, als sie aus dem Finanzausgleich erhalten.
Die niedrigste Ärztedichte gebe es hingegen im Burgenland, in Niederösterreich, Oberösterreich und Vorarlberg. Diese Länder würden am stärksten von der bestehenden Situation profitieren, ist man im Rathaus überzeugt.
Wien plädiert daher seit geraumer Zeit für neue Finanzierungsmodelle. Im Gespräch sind etwa Gesundheitsregionen, in denen die Versorgung gemeinsam geplant wird. Eine mögliche Variante: Wien gemeinsam mit Niederösterreich und dem Nordburgenland – "Heute" berichtete.
Ob Ordination oder Spital – Wien bleibt medizinischer Anziehungspunkt. Die Frage ist nur: Wer zahlt am Ende die Rechnung?