Brisanter Spitals-Plan

Aus für Bundesländer! Jetzt sollen 4 neue Regionen her

Wiens Stadtchef will das Gesundheitswesen auf völlig neue Beine stellen, Bundesländer in Regionen zusammenfassen. Experten würden ihm recht geben.
Claus Kramsl
08.01.2026, 19:14
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Bereits Ende September 2025 ließ Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) im "Heute"-Gespräch aufhorchen: Um das klamme Budget der Bundeshauptstadt zu entlasten, forderte der Stadtchef eine gemeinsame Gesundheitsplanung für die Ostregion. Denn die Gastpatienten – meist aus NÖ und dem Burgenland – würden die Stadt stolze 610 Millionen Euro pro Jahr kosten.

"Jeder Mensch hat die beste Gesundheitsversorgung verdient, unabhängig von der Postleitzahl am Meldezettel", so Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) damals gegenüber "Heute". Doch der Finanzausgleich trage diesem Umstand "leider nicht ausreichend Rechnung, sondern schafft künstliche Grenzen unter den Bundesländern", kritisiert Ludwig.

Und sorgte damit bei der NÖ-Landeschefin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) sowie seinem Genossen und burgenländischen Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) für massive Verstimmung. Beide drohten sogar mit rechtlichen Schritten, sollte Wien bei der Versorgung Patienten aus den Bundesländern benachteiligen.

Ludwig-Plan: Aus neun, mach vier

Nun prescht der Wiener Stadtchef mit einem umfassenden Reformplan für das heimische Gesundheitssystem vor. "Ich arbeite bereits seit vergangenem Jahr unter Einbindung von Fachexpertinnen und -experten an einem Positionspapier für eine Gesundheitsreform in Österreich", so der SPÖ-Politiker. Jetzt stellte er die ersten Eckpunkte öffentlich vor – mit weitreichenden Änderungen im Spitalswesen, bei Kassenärzten und der regionalen Struktur.

„Österreich ist zu klein für neun verschiedene Gesundheitssysteme“
Michael Ludwig (SPÖ)Bürgermeister Wien

"Österreich ist zu klein für neun verschiedene Gesundheitssysteme“, ist der Wiener Bürgermeister überzeugt und schlägt eine radikale Reform vor: Statt neun Landesfonds und 18 Gremien sollen künftig vier große Gesundheitsregionen entstehen. Die Ärztekammer solle dabei eingebunden bleiben, überstimmt werden dürfe aber niemand – Bund, Länder und Sozialversicherung müssten auf Augenhöhe entscheiden.

Burgenland in Nord und Süd geteilt

Der Ludwig-Plan sieht vor, die Bundesländer Vorarlberg und Tirol, Oberösterreich und Salzburg zusammenzufassen. Kärnten und Steiermark wären eine Region mit dem Südburgenland, das Nordburgenland würde mit Wien und Niederösterreich zusammengefasst. Die Basis dafür gäbe es laut Ludwig bereits. So wäre es derzeit schon im Österreichischen Strukturplan Gesundheit (ÖSG) abgebildet. Aber: "Das Burgenland soll selbst entscheiden, ob diese Zweiteilung für sie praktikabel ist oder nicht", betont Ludwig.

"Spitäler und Kassenärzte sollen endlich gemeinsam geplant, finanziert und gesteuert werden", so der Wiener Landeschef. Derzeit würden diese Bereiche getrennt arbeiten – mit "teils absurden Folgen" für Patienten. Künftig soll zentral geplant werden, umgesetzt wird dann auf regionaler Ebene – auch über Bundesländergrenzen hinweg. "Das Geld muss dorthin fließen, wo die Leistung erbracht wird", stellt der SPÖ-Grande klar.

Terminvergabe über Hotline 1450

Auch zusätzliche Aufgaben will Ludwig den Regionen übertragen: etwa die Ausbildung von Gesundheitsberufen, mehr Kompetenzen in der Vorsorge – und die Organisation der Hotline 1450. Diese soll auch gleich Termine vergeben – am besten digital, bevor Patienten in Spitäler oder Ambulanzen geschickt werden.

Modell in Wien "längst erprobt"

"Das bedeutet auch das Ende der Gastpatienten-Regelungen innerhalb der Regionen", so Ludwig. Sein Modell sei nicht nur durchdacht, sondern längst erprobt – in Wien: "Wir haben bereits rund 70 regionale Gesundheitszentren, bis 2030 sollen es 100 sein. Im neuen Strukturplan haben wir das Ziel sogar auf 150 erhöht." Nur in Wien sei die kassenärztliche Versorgung zuletzt besser geworden – im Rest Österreichs gehe sie zurück.

{title && {title} } ck, {title && {title} } Akt. 08.01.2026, 20:03, 08.01.2026, 19:14
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