Schulanfänger in Wien

Hier sprechen Kinder kaum Deutsch – das Bezirks-Ranking

Wie gut Kinder beim Schuleintritt Deutsch sprechen, hängt in Wien stark vom Bezirk ab. Neue Zahlen zeigen große Unterschiede.
Christoph Weichsler
08.01.2026, 09:59
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Diese Studie zeigt auf, mit welchen gewaltigen Herausforderungen unser Schulsystem konfrontiert ist. Die Zahl der Taferlklassler, also der Schulanfänger in Wien, die nicht gut genug Deutsch können, um dem Unterricht zu folgen, liegt aktuell bei mehr als 50 Prozent.

Die Details schockieren: Ein Blick auf die Bezirkszahlen zeigt, wie unterschiedlich die Situation in Wien ist. Während in manchen Bezirken die große Mehrheit der Schulanfänger zu wenig Deutsch spricht, sind es in anderen deutlich weniger.

Sehr hohe Werte in mehreren Bezirken

Besonders hoch sind die Anteile in einzelnen Bezirken. Margareten (5.) weist mit 76,6 Prozent den höchsten Wert auf. Dort sprechen fast acht von zehn Schulanfängern zu wenig Deutsch, um dem Unterricht folgen zu können.

Auch in Ottakring (16.) und der Brigittenau (20.) liegt der Anteil bei jeweils rund 70 Prozent. In Favoriten (10.) starten knapp über 70 Prozent der Schulanfänger ohne ausreichende Deutschkenntnisse in die Schule.

Bezirke mit hohen, aber etwas niedrigeren Werten

In mehreren weiteren Bezirken liegt der Anteil zwischen 40 und 55 Prozent. Das bedeutet: Auch dort spricht oft jedes zweite Kind beim Schuleintritt nicht ausreichend Deutsch. Dazu zählen unter anderem Teile von Simmering, Meidling, Rudolfsheim-Fünfhaus und Donaustadt. Die Zahlen zeigen, dass das Thema längst nicht nur einzelne Bezirke betrifft.

Deutlich niedrigere Werte in inneren Bezirken

Es gibt aber auch Bezirke mit wesentlich niedrigeren Anteilen. In einigen inneren Bezirken liegt der Wert unter 30 Prozent. Dort starten deutlich mehr Kinder mit ausreichenden Deutschkenntnissen in die Schule.

Der Vergleich macht deutlich: Die sprachlichen Startbedingungen für Kinder unterscheiden sich in Wien stark – je nachdem, in welchem Bezirk sie wohnen.

Große Herausforderung für Schulen

Was diese Unterschiede im Schulalltag bedeuten, erklärte Bildungssprecher Harald Zierfuß beim Hintergrundgespräch. In Klassen mit vielen Kindern ohne ausreichende Deutschkenntnisse sei normaler Unterricht kaum möglich. Lehrer müssten viel Zeit für Erklärungen, Wiederholungen und Sprachhilfe aufwenden.

ÖVP-Wien-Chef Markus Figl betonte, dass viele der betroffenen Kinder in Österreich geboren seien und mehrere Jahre einen Kindergarten besucht hätten. Trotzdem reichten die Deutschkenntnisse beim Schuleintritt oft nicht aus.

{title && {title} } CW, {title && {title} } Akt. 08.01.2026, 15:14, 08.01.2026, 09:59
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