Am Donnerstagmorgen wurde der Diori Hamani Flughafen in Niamey, der Hauptstadt Nigers, erneut Ziel eines schweren Angriffs. Laut Angaben des Verteidigungsministeriums kamen dabei 35 Personen ums Leben, darunter 22 der Angreifer, elf Soldaten sowie zwei Zivilisten.
Das Attentat wurde von der Al-Kaida-nahen Organisation Jama’at Nusrat al-Islam wal-Muslimin (JNIM) für sich reklamiert. Am Donnerstag in den frühen Morgenstunden waren Explosionen und Schüsse rund um das Flughafengelände zu hören. Nach Angaben von Einwohnern ereignete sich der Angriff kurz nach den Morgengebeten.
Nach Abklingen der Gewalt, leiteten die Sicherheitskräfte eine Großfahndung nach weiteren Tätern ein. Neben den getöteten Angreifern wurden vier weitere verletzt und 20 Verdächtige festgenommen. Außerdem wurden zahlreiche Waffen, darunter Raketenwerfer, Sturmgewehre, Sprengstoffe und Tausende Patronen, sichergestellt.
Laut Berichten beteiligten sich auch bewaffnete Anrainer an der Suche nach verbliebenen Angreifern, obwohl die Sicherheitskräfte versuchten, Zivilisten von der Aktion abzuhalten. Ein Bewohner schilderte: "Die Angreifer mischten sich unter die Bevölkerung, das machte es schwierig, sie zu finden. Zivilisten griffen zu Macheten und Stöcken, um sich zu verteidigen und Verdächtige aufzuhalten."
Das Flughafengelände wurde am Nachmittag komplett abgeriegelt. Fahrzeuge wurden kontrolliert, während die Sicherheitskräfte die Umgebung nach weiteren Verdächtigen durchsuchten. Die Afrikanische Union verurteilte den Angriff scharf und lobte das entschlossene Vorgehen der nigrischen Sicherheitskräfte.
Bereits im Jänner war der Flughafen Ziel eines Angriffs gewesen, damals hatte sich eine mit dem IS verbundene Gruppe dazu bekannt. Auch damals gab es mehrere Tote und Verletzte. Der Flughafen erfüllt nicht nur zivile, sondern auch militärische Funktionen und ist für die Sicherheit der Region von großer Bedeutung.
In den letzten Wochen wurden aus Angst vor weiteren Terroranschlägen umliegende Siedlungen abgerissen, der Zaun rund um das Flughafengelände verstärkt und über 350 Überwachungskameras installiert. Die Behörden begründen die Maßnahmen mit der angespannten Sicherheitslage in Niger und den Nachbarländern Mali und Burkina Faso, die gemeinsam mit Niger zur Allianz der Sahel-Staaten gehören.