Besonders betroffen ist die Region Gironde. Dort kämpfen rund 2.000 Feuerwehrleute Tag und Nacht gegen die Flammen. Allein am Dienstag flammten in 14 bereits betroffenen Gebieten neue Brände auf. "Wir sind noch lange nicht über den Berg", warnte Präfektin Sophie Brocas. Bereits am Mittwoch soll die nächste Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 40 Grad einsetzen.
Für die Feuerwehrleute im Einsatz sind diese Waldbrände eine enorme Belastung. "Der Brand ist wie David gegen Goliath", sagte Eric Brocardi vom französischen Feuerwehrverband. Laut behördlichen Angaben kamen in den vergangenen Wochen vier Feuerwehrleute bei dem Kampf gegen die Flammen ums Leben.
Die Waldbrände haben in Frankreich in den vergangenen Tagen eine beispiellose Fluchtbewegung ausgelöst. Rund 220.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen oder wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht. Am Dienstag ordneten die Behörden zudem die Evakuierung sämtlicher Campingplätze nahe der Küstenstadt Lacanau an. Rund 4.000 Urlauber mussten die Region verlassen. Bewohner der Ortschaft selbst durften vorerst bleiben, wurden jedoch aufgefordert, sich jederzeit auf eine kurzfristige Evakuierung vorzubereiten. Insgesamt wurden schon ungefähr 250 Häuser zerstört.
Die Millionenstadt Bordeaux ist derzeit nicht direkt vom Feuer bedroht. Einer der größten Brände kam der Stadt jedoch zwischenzeitlich bis auf 15 Kilometer nahe. Die Einsatzleitung befürchtet, dass sich die Lage mit der angekündigten Hitzewelle und starkem Wind rasch verschlechtern könnte.
Dennoch sind die Auswirkungen bereits deutlich zu spüren: Dichte Rauchschwaden zogen über Bordeaux, die Luftqualität verschlechterte sich massiv. Viele Menschen blieben zu Hause, Restaurants und Cafés schlossen wegen der Asche in der Luft ihre Außenbereiche, Touristen mieden die Stadt.