Das traditionsreiche Alt-Wiener Schnapsmuseum in der Wilhelmstraße (Wien-Meidling) gehört endgültig der Vergangenheit an. Das seit 2019 geschlossene Areal wird nun als Projektentwicklung für Investoren angeboten. Statt der historischen Brennerei soll auf dem Grundstück ein großes Apartmenthaus entstehen.
Bereits Ende 2025 war bekannt geworden, dass das Gebäude an der Wilhelmstraße erhalten bleiben soll. Damals bestätigte die Baupolizei gegenüber "meinbezirk.at", dass kein kompletter Abriss geplant ist. Stattdessen soll das straßenseitige Bestandsgebäude bzw. dessen historische Fassade um drei Stockwerke und ein Dachgeschoß erweitert werden. Der rückwärtige Gebäudeteil in der Karl-Löwe-Gasse wird hingegen abgetragen und neu errichtet.
Nun zeigt ein aktuelles Makler-Angebot auf der Online-Plattform "willhaben" wie groß das Projekt tatsächlich werden soll. Demnach liegt bereits eine rechtskräftige Baugenehmigung für ein Apartmenthaus vor. Geplant sind zwei Baukörper mit insgesamt 61 Apartments – Haus 1 mit 35 und Haus 2 mit 26 Einheiten. Die geplante Gesamtnutzfläche beträgt rund 1.988 Quadratmeter auf einem rund 813 Quadratmeter großen Grundstück.
"Eine rechtskräftige Baugenehmigung für die Errichtung eines modernen Apartmentprojekts liegt bereits vor und ermöglicht einen raschen Projektstart ohne zeitintensive Vorlaufphase", heißt es im Inserat. Der ausgeschriebene Kaufpreis soll dem Vernehmen nach 4,1 Millionen Euro betragen. Vermarktet wird die Liegenschaft als Renditeobjekt mit großem Entwicklungspotenzial.
Das Alt-Wiener Schnapsmuseum war über Jahrzehnte eine Institution in Meidling. 1990 eröffnete Gerald Fischer das Privatmuseum und erzählte dort die Geschichte einer Wiener Likör- und Spirituosenproduktion, deren Wurzeln bis ins Jahr 1875 zurückreichen. Besucher konnten historische Brennanlagen besichtigen und an Verkostungen teilnehmen.
2019 schloss das Museum aus Alters- und Gesundheitsgründen seine Pforten. Das Grundstück wurde anschließend verkauft. Mit dem nun öffentlich vermarkteten Bauprojekt scheint endgültig klar: Statt Schnapsmuseum soll auf dem traditionsreichen Areal künftig ein modernes Apartmenthaus entstehen.