Wien macht sich für die nächste Hitzewelle bereit. Für die kommenden Tage werden Temperaturen von deutlich über 35 Grad erwartet. Damit die Wiener trotz der Extremhitze einen kühlen Kopf bewahren, schnürt die Stadt ein umfangreiches Maßnahmenpaket – von längeren Öffnungszeiten in Freibädern bis hin zu kostenlosen Abkühlungsangeboten im gesamten Stadtgebiet.
Besonders ältere Menschen, Kinder und Personen mit Vorerkrankungen leiden unter der anhaltenden Hitze. Deshalb wird die Lage laufend beobachtet. Je nach Entwicklung können weitere Maßnahmen kurzfristig beschlossen werden.
Ab Donnerstag, 30. Juli, bleiben neben dem Strandbad Alte Donau auch das Kongreßbad, das Sommerbad Laaerberg und das Brigittenauer Bad länger geöffnet. Bis 2. August kann dort bis 21 Uhr gebadet werden, von 3. bis 9. August bis 20.30 Uhr.
Klima- und Bäderstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) betont: "Wiens Bäder sind wichtige Hitzeschutzpartner und für viele Menschen eine gute Möglichkeit, den hohen Temperaturen zu entkommen. Das haben die hohen Gästezahlen während der vergangenen Hitzewelle bewiesen."
Wer keinen Eintritt zahlen möchte, findet an Alter und Neuer Donau zahlreiche kostenlose Badeplätze. Insgesamt stehen in Wien 63 Kilometer frei zugängliche Ufer zum Baden und Erholen zur Verfügung. Dazu zählen unter anderem der Pier 22, der Copa Beach, die Piratbucht oder der Familienbadestrand an der Neuen Donau.
Auch an der Alten Donau gibt es mehrere frei zugängliche Badebereiche wie den Arbeiter*innenstrand oder die Strombucht. Neue Badestege und Schwimmplattformen sollen den Einstieg ins Wasser erleichtern.
Zusätzlich setzt die Stadt auf sogenannte Coole Zonen. Mittlerweile gibt es 37 dieser kostenlos nutzbaren Rückzugsorte mit angenehmen Temperaturen, Sitzmöglichkeiten, Trinkwasser und Toiletten. Neu dabei ist das Wien Museum am Karlsplatz, das auch am Wochenende geöffnet hat.
Für ausreichend Trinkwasser sorgen außerdem rund 1.800 öffentliche Trinkbrunnen im gesamten Stadtgebiet. Seit 2021 wurden mehr als 700 neue Standorte geschaffen.
Gerade ältere Menschen gelten bei großer Hitze als besonders gefährdet. Deshalb wurden in 20 Pensionist*innenklubs Coole Zonen eingerichtet, die angenehme Temperaturen zwischen 20 und 24 Grad Celsius anbieten. Vier davon sind auch am Wochenende jeweils von 12:00 bis 18:00 Uhr geöffnet.
In allen 29 Häusern zum Leben stehen zusätzlich klimatisierte Aufenthaltsräume zur Verfügung. Trinkförderung, wasserreiche Ernährung und individuelle Betreuung sollen gesundheitliche Risiken möglichst gering halten.
Langfristig setzt Wien auf mehr Bäume, Grünflächen und Entsiegelung. Jährlich werden laut Stadt bis zu 4.500 Bäume gepflanzt. Mit der Initiative "Raus aus dem Asphalt" wurden bisher bereits 344 Projekte in allen Bezirken umgesetzt.
Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) erklärt: "Mit unserer Raus aus dem Asphalt-Offensive haben wir gerade bei den Bahnhofsvorplätzen – wie am Praterstern oder beim Franz Josefs Bahnhof bereits sicht- und fühlbare Schritte zur Entsiegelung, Begrünung, Kühlung und genereller Aufwertung gesetzt."
Wer bei der Hitze mit den Öffis unterwegs ist, soll ebenfalls von der Kühlung profitieren. Rund 80 Prozent der Fahrzeuge der Wiener Linien sind mittlerweile klimatisiert. Busse und die gesamte U6-Flotte verfügen bereits vollständig über Klimaanlagen. Bei U-Bahnen und Straßenbahnen liegt der Anteil derzeit bei 64 Prozent. Seit Anfang Juli zeigt zudem die WienMobil-App an, welche Fahrzeuge klimatisiert sind.
Kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu Kreislaufproblemen, Schwindel oder anderen hitzebedingten Beschwerden, empfiehlt die Stadt einen Anruf bei der Gesundheitsberatung 1450. Dort erhalten Betroffene eine erste medizinische Einschätzung sowie Tipps zum richtigen Verhalten bei extremer Hitze.