Der brutale Angriff auf ein Ehepaar im Kurpark Oberlaa sorgt für Diskussionen über die Sicherheitslage in Favoriten. Volksanwalt Christoph Luisser sieht seine langjährige Kritik bestätigt und fordert mehr Polizeipräsenz im Bezirk.
Der Vorfall ereignete sich am Abend des 11. Juli 2026: Laut Polizei sollen drei Jugendliche ein Ehepaar im Park attackiert, verletzt und bestohlen haben. Auslöser soll ein Hinweis des Paares auf das geltende E-Scooter-Fahrverbot im Kurpark gewesen sein. "Ich wollte nur auf das Fahrverbot im Park aufmerksam machen. Dann bekam ich einen ersten Schlag auf den Hinterkopf", schilderte Opfer Josef H. gegenüber "Heute".
Seine Ehefrau berichtete nach der Attacke von massiver Gewalt: "Sie haben zu dritt auf Pepi und mich solange hingetreten und geschlagen, bis Pepi bewusstlos am Boden liegen geblieben ist!" Das Paar zeigte sich nach dem Angriff erschüttert: "Wir sind einfach nur froh, dass wir es überlebt haben!"
Die Polizei konnte die drei Tatverdächtigen noch in derselben Nacht ausforschen und festnehmen. Auch das gestohlene Handy des Mannes wurde sichergestellt. Nach Anordnung der Staatsanwaltschaft wurden die Jugendlichen – es gilt die Unschuldsvermutung – wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung, des Diebstahls und der Sachbeschädigung jedoch auf freiem Fuß angezeigt.
Für Volksanwalt Christoph Luisser reiht sich der Vorfall in eine längere Entwicklung ein. Seit 2018 würden Anrainer des Kurparks Oberlaa immer wieder über Probleme wie illegale Autorennen, Lärmbelästigung durch Hochzeitskorsos, Beschimpfungen, Campieren am Parkplatz und gewalttätige Auseinandersetzungen berichten.
Bereits 2023 hatte sich die Volksanwaltschaft mit den Beschwerden beschäftigt. Laut Luisser habe sich die Situation seither nicht ausreichend verbessert. "Durch den aktuellen Vorfall wird die seit Jahren von der Volksanwaltschaft geäußerte Kritik erneut bestätigt. Ich kritisiere die anhaltende Sicherheitsgefährdung der Bevölkerung und die chronische Unterbesetzung der Polizeidienststellen im Bezirk Favoriten. Die damit einhergehende fehlende Exekutivpräsenz vor Ort ist ein Manko, das schnellstmöglich beseitigt gehört", sagt Luisser.
Besonders die Personalsituation der Polizei steht im Mittelpunkt seiner Kritik. Obwohl die Zahl der Planstellen im Bezirk seit Jahren kaum verändert worden sei, würden aktuell weniger Beamte tatsächlich Dienst versehen.
"Ich führe das von meinem Vor-Vorgänger Walter Rosenkranz eingeleitete amtswegige Prüfverfahren weiter und möchte wissen, welche polizeilichen Maßnahme seither unternommen wurden und warum die Exekutive im Bezirk Favoriten personell noch immer am Zahnfleisch nagt", erklärt der Volksanwalt. Seit Jahren werde darauf hingewiesen, dass Favoriten zu wenig Polizei-Planstellen habe und diese in den vergangenen 20 Jahren nicht gestiegen seien. "Die jüngsten Zwischenfälle zeigen nun: Bei der Sicherheit zu sparen rächt sich", so Luisser.