Die neuen Grätzl-Ladezonen breiten sich in Wien weiter aus. Nachdem das Modell in der Josefstadt erfolgreich getestet wurde, entstehen nun auch am Neubau die ersten beiden Standorte – in der Schottenfeldgasse 35 sowie 42–44. Weitere Bezirke sollen in den kommenden Monaten folgen.
Der große Unterschied zu klassischen Ladezonen: Sie stehen nicht nur Unternehmen zur Verfügung. Auch Privatpersonen dürfen sie zum Be- und Entladen nutzen. Zudem werden die Stellflächen nicht mehr von einzelnen Betrieben beantragt, sondern gezielt dort eingerichtet, wo sie am dringendsten benötigt werden.
"Wir Zusteller freuen uns, dass das Konzept der Grätzl-Ladezonen angekommen ist und sie in immer mehr Bezirken errichtet werden", sagt Gurdial Singh Bajwa, Obmann der Wiener Kleintransporteure. "Denn wir – und damit unsere Kunden - profitieren besonders von Grätzl-Ladezonen".
Bislang mussten Unternehmen jede Ladezone einzeln beantragen. Das führte laut Wirtschaftskammer vor allem in Wohngebieten oft dazu, dass Lieferanten keine legale Haltemöglichkeit fanden, lange nach einem freien Platz suchen mussten und weite Wege mit ihrer Ware zurücklegen mussten. Die neuen Grätzl-Ladezonen sollen den Lieferverkehr erleichtern und gleichzeitig unnötigen Verkehr durch Parkplatzsuche reduzieren.
Wo eine neue Ladezone entsteht, entscheidet nicht der Zufall. Ein von der Wirtschaftskammer Wien und der TU Wien entwickelter Ladezonen-Rechner analysiert die Umgebung und berechnet, an welchen Standorten und in welcher Länge Ladezonen sinnvoll sind.
Neubaus Bezirksvorsteher Markus Reiter begrüßt das Projekt: "Die Mobilität in unseren Grätzln verändert sich – und damit auch die Anforderungen an den öffentlichen Raum. Es geht längst nicht mehr nur um fixe Parkplätze und Ladezonen für Warenanlieferungen: Auch Handwerksbetriebe, Pflegedienste, Bewohner*innen mit einem größeren Einkauf, Menschen mit Sharing- oder Mietautos oder Familien vor einer Urlaubsreise sind darauf angewiesen, in Wohnortnähe kurz halten sowie ein- und ausladen zu können."
Vor gut einem Jahr wurde die erste Grätzl-Ladezone in der Josefstadt eingerichtet. Dort gibt es inzwischen bereits 15 solcher Stellflächen. Neben Neubau verfügt auch Mariahilf inzwischen über eine Grätzl-Ladezone in der Gumpendorfer Straße. Weitere Standorte sind bereits für die Leopoldstadt, Wieden und Meidling geplant. Langfristig soll das Konzept auf ganz Wien ausgeweitet werden.
Privatpersonen dürfen die Grätzl-Ladezonen für Lieferungen oder kurze Besorgungen bis zu zehn Minuten beziehungsweise während des Ladevorgangs nutzen. Voraussetzung ist ein kostenloser Kurzparkschein. Die Zonen gelten werktags von Montag bis Freitag zwischen 7 und 19 Uhr sowie samstags von 7 bis 13 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten können die Stellplätze – unter Beachtung der Kurzparkzonenregelung – ganz normal zum Parken genutzt werden.