Nach dem spektakulären Unfall eines Donau-Kreuzfahrtschiffes an der Schleuse Freudenau rückt nun die Ursache der Kollision in den Mittelpunkt. Während das beschädigte Schiff bereits nach Linz geschleppt wurde, hoffen Ermittler auf entscheidende Hinweise aus einer sogenannten Black Box.
Die Auswirkungen des Unfalls sind auch an der Schleuse deutlich sichtbar. Die rechte Schleusenkammer wurde bei dem Zusammenstoß beschädigt und muss repariert werden. Nach einer ersten Begutachtung durch Experten des Verbunds handelt es sich um einen mittelschweren Schaden, ein Totalschaden liege jedoch nicht vor. Den größten Aufprall habe der Mittelpfeiler der Schleusenanlage abgefangen, ehe das Kreuzfahrtschiff gegen das rechte Schleusentor prallte.
Für die Reparatur bleibt die rechte Schleusenkammer voraussichtlich rund zwei Wochen außer Betrieb. Der Schiffsverkehr wird in dieser Zeit über die linke Kammer abgewickelt. Wegen des derzeitigen Niedrigwassers auf der Donau ist das Verkehrsaufkommen laut Verbund derzeit ohnehin geringer. Auch das Kreuzfahrtschiff "MS Anna Katharina" muss instand gesetzt werden. Auf Anordnung der Schifffahrtsaufsicht wurde es in eine Werft nach Linz geschleppt.
Warum es überhaupt zu dem Unfall kam, ist noch offen. Nun sollen die aufgezeichneten Daten einer freiwillig mitgeführten Black Box ausgewertet werden. Diese Analyse übernehmen der Betreiber des Schiffes sowie die niederländische Zulassungsbehörde. Parallel dazu ermittelt die Polizei wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung. Neben einem möglichen menschlichen Fehler wird auch ein technischer Defekt als Ursache geprüft.
Der Unfall ereignete sich in der Nacht auf Freitag. Die "MS Anna Katharina" prallte zunächst gegen die Schleusenmauer und anschließend gegen das rechte Schleusentor. An Bord befanden sich rund 200 Menschen, 14 Personen wurden bei der Kollision leicht verletzt.