Frust in der Arbeitswelt

43 Prozent wollen 2026 den Job wechseln

Fast die Hälfte aller Beschäftigten denkt an einen Jobwechsel. Schuld sind KI-Ängste und eine fehlende Work-Life-Balance.
Technik Heute
10.03.2026, 08:00
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Die Angst vor künstlicher Intelligenz und der Wunsch nach einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben bringen immer mehr Arbeitnehmer ins Grübeln. Laut dem aktuellen "State of the Workplace Report 2026" der US-Jobplattform Flexjobs planen satte 43 Prozent der Befragten, heuer ihren Job zu wechseln - am liebsten gleich in ein völlig neues Berufsfeld.

Die Erhebung basiert auf einer Befragung von mehr als 4.000 Berufstätigen in den USA, die Anfang bis Mitte Februar 2026 durchgeführt wurde. Zwar hat sich KI bisher nicht als der große Jobkiller erwiesen, doch die Auswirkungen sind bereits spürbar - besonders für Berufseinsteiger und junge Arbeitnehmer, die unter wachsendem Druck und wirtschaftlicher Unsicherheit leiden.

Wie t3n.de berichtet, bleibt allerdings unklar, ob KI tatsächlich der Haupttreiber für die Wechselabsichten ist - oder nur als Symbol für eine breitere Verunsicherung am Arbeitsmarkt dient. Denn trotz der weit verbreiteten Unzufriedenheit trauen sich die wenigsten, tatsächlich zu kündigen.

Kaum jemand kündigt wirklich

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im Dezember 2025 haben gerade einmal zwei Prozent der Beschäftigten freiwillig ihren Job aufgegeben, wie Joseph Fuller, Professor an der Harvard Business School, erklärt. Zum Vergleich: Zu Beginn der großen Kündigungswelle nach der Corona-Pandemie im November 2021 lag diese Quote bei drei Prozent.

Das Problem sei, dass viele Menschen zwar wissen, dass sie ihren Job wechseln möchten, aber noch nicht im Klaren darüber sind, was sie eigentlich wollen. Ohne ein grundlegendes Verständnis für die eigenen Zukunftspläne gehen schnell das Selbstvertrauen und die Motivation verloren, so Flexjobs-Karriereexperte Keith Spencer.

KI verändert die Spielregeln

Die alte Formel für eine erfolgreiche Karriere - einen Job ergreifen und sich nach oben arbeiten - funktioniere nicht mehr, sagt Karrierecoach Megan Hellerer. KI habe den Zusammenbruch linearer Karrierewege massiv beschleunigt.

Doch es gibt auch eine positive Seite: KI zwinge Menschen dazu, sich zu hinterfragen, welche Art von Arbeit wirklich zu ihnen passt. Wer seinen Job ändern möchte, solle nicht den ganz großen neuen Lebenszweck suchen. Vielmehr gehe es darum, die eigene Neugier zu entdecken und sich in diese Richtung zu orientieren.

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