Die Kluft zwischen Chefs und Angestellten beim Thema künstliche Intelligenz wird immer größer. Während Führungskräfte KI als entscheidenden Wettbewerbsvorteil sehen, stehen viele Mitarbeiter der Technologie skeptisch gegenüber.
Laut einer aktuellen Umfrage des US-Unternehmens Checkr unter 3.000 Befragten fühlen sich 64 Prozent der Führungskräfte unter Druck gesetzt, KI einzuführen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Unter den Angestellten teilen nur 38 Prozent dieses Gefühl.
Wie t3n.de berichtet, sehen 58 Prozent der Manager die KI-Nutzung bereits als "unausgesprochene Leistungsanforderung". Bei den Mitarbeitern sind es hingegen nur 29 Prozent. Auch bei der Frage, wer im Unternehmen für die Einführung von KI zuständig ist, herrscht Verwirrung: 34 Prozent der Angestellten wissen schlicht nicht, wer dafür verantwortlich ist.
Besonders beim Vertrauen in KI-Ergebnisse zeigt sich der Graben deutlich. 40 Prozent der Manager verlassen sich "oft oder fast immer" auf die Resultate von KI-Tools. Bei den Mitarbeitern ist es genau umgekehrt: 59 Prozent vertrauen den Ergebnissen eher nicht. Viele berichten von zusätzlichem Aufwand, um die KI-Ergebnisse zu überprüfen.
Führungskräfte nutzen KI vor allem für administrative Aufgaben und zunehmend auch für Entscheidungsprozesse. Angestellte erleben die Technologie zwar als zeitsparend, doch es fehlt ihnen oft an Unterstützung, um KI sinnvoll in den Arbeitsalltag einzubauen.
In einem Punkt sind sich beide Seiten allerdings einig: Mit der Verbreitung von KI wächst die Gefahr gefälschter Bewerbungen. Mehr als 80 Prozent aller Befragten teilen diese Sorge. Das Beratungsunternehmen Gartner rechnet sogar damit, dass bis 2028 jede vierte Bewerbung gefälscht sein wird.
Generell zeigen Umfragen, dass fast die Hälfte der Menschen Zeitersparnis als größten KI-Vorteil sieht, gleichzeitig aber ebenso viele vor Datenlecks warnen. Die Ergebnisse machen klar: KI ist am Arbeitsplatz angekommen, doch ohne klare Zuständigkeiten und Unterstützung droht der Einsatz, die Firmen mehr zu spalten als zu verbinden.