Reals Arda Güler mit einem Blitz-Tor nach einem haarsträubenden Patzer von Manuel Neuer (1.) und nach einem Zauber-Freistoß (29.) sowie Kylian Mbappe aus einem Konter (42.) netzten für Real, brachten die Spanier dreimal in Front und damit auf Kurs Richtung Verlängerung, nachdem Bayern das Hinspiel im Santiago Bernabeu vor einer Woche mit 2:1 gewonnen hatte. Doch Aleksandar Pavlovic (6.), Harry Kane (38.) sowie Luis Diaz (89.) und Michael Olise (94.) mit einem späten Doppelschlag schossen die Münchner vor 75.000 Fans in der Allianz Arena zum Sieg und mit dem Gesamtscore von 6:4 ins Halbfinale der Champions League.
Dort wartet nun das Duell mit Titelverteidiger Paris St.-Germain. Ebenso aufgestiegen ist Arsenal nach einer Nullnummer gegen Sporting Lissabon, das 1:0 aus dem Hinspiel reichte.
Real-Coach Alvaro Arbeloa veränderte seine Startelf gegenüber dem Hinspiel an vier Positionen, brachte Ferland Mendy auf links hinten, dafür rückt Eder Militao ins Abwehrzentrum, musste Dean Huijsen auf die Bank. Jude Bellingham und Federico Valverde starteten als Doppel-Sechs, Brahim Diaz auf dem rechten Flügel. Erstmals in der Europacup-Geschichte der "Königlichen" stand kein Spanier in der ersten Elf. ÖFB-Teamkapitän David Alaba saß wenig überraschend auf der Ersatzbank. Bayern-Trainer Vincent Kompany bot dieselbe Elf wie in Madrid auf – mit Konrad Laimer als Linksverteidiger.
In der ausverkauften Münchner Allianz Arena dauerte es keine Minute, bis die "Königlichen" über die Blitz-Führung durch Güler jubelten. Der türkische Teamspieler profitierte dabei von einem haarsträubenden Fehlpass von Bayerns Star-Keeper Manuel Neuer an der Sechzehnergrenze, der direkt zu Güler passte. Der Türke fackelte nicht lange, schoss ins leere Tor ein – 1:0. Da waren gerade einmal 34 Sekunden gespielt, hatten die Bayern den schnellsten Gegentreffer ihrer "Königslassen"-Geschichte hinnehmen müssen.
Die Antwort folgte aber sofort, denn Pavlovic drückte einen Corner von Joshua Kimmich in der sechsten Minute aus kürzester Distanz zum 1:1 über die Linie. Dabei sah Real-Schlussmann Andrij Lunin nicht gut aus, klebte auf der Linie. Kimmich hatte in der 27. Minute die Führung auf dem Fuß, diesmal tauchte der Real-Schlussmann aber ins Eck.
Stattdessen jubelte Real auf der Gegenseite, versenkte Güler traumhaft einen direkten Freistoß aus 20 Metern zum 2:1 für die Gäste (29.). Diesen hatte Laimer mit einem Foul an Diaz verursacht. Bayerns Antwort folgte neun Minuten später durch Star-Stürmer Kane, der von Dayot Upamecano ideal bedient den Platz im Strafraum nützte und zum 2:2 einschoss (38.). Diesmal brauchten die Spanier bloß fünf Minuten, um zu antworten. Nachdem Vinicius Junior über links den Konter gefahren hatte, durch die unsortierte Bayern-Hintermannschaft hindurch auf Mbappe querlegte, der schoss zum 3:2 ein (43.). Upamecano hatte ein Loch aufgerissen, war in der Rückwärtsbewegung viel zu langsam gewesen. Nur zwei Minuten davor hatte Vinicus selbst den Ball an die Querlatte gesetzt (41.).
Coach Vincent Kompany stellte in der Pause um, brachte Alphonso Davies auf der linken Abwehrseite, zog Laimer nach rechts. Das brachte zusätzlichen Schwung für die weiter offensivstarken Gastgeber, die durch Diaz den schnellen Ausgleich verpassten (46.). Die Münchner versuchten, das Spiel zu beruhigen, allerdings nur mit mäßigem Erfolg. Denn Mbappe ließ in der 55. Minute den vierten Real-Treffer liegen, seinen Volley-Abschluss aus kurzer Distanz klärte Neuer mit einem Reflex. Bayerns Olise probierte es in der 68. Minute, diesmal war Lunin auf dem Posten. Auf der Gegenseite zog Eduardo Camavinga (72.) ab. Das Spiel wogte hin und her, die Gäste verlagerten sich aufs Kontern.
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So erhöhte Bayern in der Schlussphase noch einmal die Schlagzahl. Olises Abschluss ging nur haarscharf drüber (77.), Kanes Versuch in der 85. Minute blockte Camavinga. Der sah für das Aufnehmen des Balles, um einen schnelles Abspielen des Freistoßes der Bayern zu verhindern, in der 86. Minute. Gelb-Rot, war erst in der 62. Minute eingetauscht worden.
In Überzahl machten die Bayern dann alles klar. Diaz (89.) und Olise (94.) drehten das Spiel spät. Nach dem Schlusspfiff sah Güler noch die Rote Karte.