Es klingt wie Science-Fiction: Teilchen, die nicht aus den normalen Bausteinen der Materie bestehen, sondern aus purem Zusammenhalt. Physiker haben nach 50 Jahren Suche nun genau das gefunden - einen sogenannten Glueball, einen Gluonenball.
Das Teilchen mit dem sperrigen Namen X(2370) besteht zu rund 90 Prozent aus Gluonen, den Botenteilchen der starken Kernkraft. Diese wirken wie Klebstoff (englisch: glue) und halten normalerweise Quarks zusammen - die Grundbausteine aller Materie.
Diese Gluonen können sich aber auch untereinander binden - zu Teilchen ohne jeden Quark-Inhalt, quasi Materie aus reinem Zusammenhalt, heißt es auf heise.de. Dass solche Gebilde existieren, sagten Theorien seit Jahrzehnten voraus.
Den Nachweis erbrachte ein Team am Teilchenbeschleuniger in Peking. Die Forscher analysierten 10 Milliarden Kollisionen zwischen Elektronen und Positronen. Das Signal erreichte eine Signifikanz von über 11,7 Sigma - weit mehr als die 5 Sigma, die in der Teilchenphysik als Schwelle für eine gesicherte Entdeckung gelten.
Der Befund ist deshalb so bedeutend, weil er beweist: Masse kann nicht nur aus Quarks entstehen, sondern auch aus reinen Gluonen. Damit öffnet sich ein neues Fenster zum Verständnis davon, wie Materie im Universum aufgebaut ist.
Die Reaktionen in der Fachwelt fielen entsprechend aus. Nach dem Konferenzvortrag baten Kolleginnen und Kollegen den Sprecher Shan Jin um Autogramme. "Das passiert Filmstars; Physikern passiert das nie", sagte Jin.