Jalil Richardson wollte eigentlich nur eine Ruhestörung melden. Doch als die Polizei bei ihm zu Hause in Charlotte, North Carolina, eintraf, wurde er festgenommen. Gegen ihn lag ein Haftbefehl aus Jacksonville, Florida, vor - mehr als 600 Kilometer entfernt.
Der Familienvater wurde nach Florida überstellt und verbrachte dort 50 Tage hinter Gittern. Erst jetzt konnte er seine Unschuld beweisen.
Wie t3n.de unter Berufung auf Action News Jax berichtet, hatte die Polizei in Jacksonville einen Autodiebstahl untersucht. Dabei wurde eine KI-gestützte Gesichtserkennung eingesetzt, die bei Richardson eine 85-prozentige Übereinstimmung mit dem Täter auf den Überwachungsaufnahmen ergab. Der Käufer des gestohlenen Autos identifizierte ihn daraufhin in einer Gegenüberstellung.
Richardsons Anwälte konnten vor Gericht jedoch belegen, dass er zum Tatzeitpunkt bei der Arbeit war. Stempelkarten lieferten den entscheidenden Beweis. Die Anklage gegen den zehnfachen Familienvater wurde daraufhin fallen gelassen.
Die Folgen des KI-Irrtums sind für Richardson jedoch verheerend: Er verlor seinen Job und damit sein Einkommen. Seine Familie konnte die Miete nicht mehr bezahlen und muss nun bei Bekannten unterkommen oder im Auto schlafen. Zudem soll Richardson das Sorgerecht für zwei seiner Kinder verloren haben.
Richardsons Fall ist bereits der 14. dokumentierte Fall in den USA, bei dem eine KI-Gesichtserkennung zu einer falschen Verhaftung geführt hat. Auch die Polizei in Jacksonville ist nicht zum ersten Mal betroffen: Im Juli 2025 wurde Robert Dillon aufgrund einer 93-prozentigen KI-Übereinstimmung verhaftet - obwohl er zum Tatzeitpunkt fünf Autostunden entfernt war.