Nach der überraschenden Gerichtsentscheidung zugunsten von Marius Borg Høiby meldet sich nun sein Anwalt zu Wort. Der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit soll nach seiner Freilassung "sehr glücklich" sein – auch wenn er das Gefängnis vorerst noch nicht verlassen darf.
Das Osloer Bezirksgericht hatte am Montag entschieden, dass der 29-Jährige aus der Untersuchungshaft entlassen werden kann. Ausschlaggebend war dabei auch die schwere Erkrankung seiner Mutter. Wie der norwegische Palast erst vergangene Woche bekannt gab, benötigt die an Lungenfibrose leidende Kronprinzessin Mette-Marit dringend eine Lungentransplantation.
Gegenüber norwegischen Medien erklärte Høibys Verteidiger, sein Mandant sei über das Urteil des Gerichts "sehr glücklich". Die Entscheidung sei eine große Erleichterung für den 29-Jährigen, der seit Monaten in Untersuchungshaft sitzt.
Für Marius bedeutet das Urteil vor allem die Hoffnung, seiner Mutter in einer der schwierigsten Phasen ihres Lebens nahe sein zu können. Das Gericht hielt in seiner Begründung fest, dass eine weitere Inhaftierung nicht nur für Høiby selbst, sondern auch für die schwer kranke Kronprinzessin eine erhebliche Belastung darstellen würde.
Trotz des positiven Entscheids bleibt Marius vorerst hinter Gittern. Die Staatsanwaltschaft legte unmittelbar Berufung gegen die Freilassung ein. Erst das Berufungsgericht wird nun endgültig entscheiden, ob der Sohn der Kronprinzessin das Gefängnis tatsächlich verlassen darf.
Bis zu diesem Beschluss muss Høiby weiter in Haft bleiben.
Unabhängig von der Haftfrage wartet auf Marius Borg Høiby schon der nächste entscheidende Termin. Gegen den 29-Jährigen laufen schwere Vorwürfe, darunter mehrere mutmaßliche Vergewaltigungen, Körperverletzung und Missbrauch in Beziehungen.
Das Urteil im Hauptverfahren wird bereits für den 15. Juni erwartet.