Drei ungarische Staatsbürger im Alter von 73, 73 und 74 Jahren stehen im Verdacht, die Sozialversicherung der Selbstständigen (SVS) betrogen zu haben. Laut Polizei sollen sie einen falschen Lebensmittelpunkt in Österreich angegeben haben, um Ausgleichszahlungen zu kassieren.
Die Männer meldeten dazu einen Schein-Hauptwohnsitz in Breitenstein im Bezirk Neunkirchen an. Tatsächlich lebten sie jedoch weiterhin in Ungarn und hatten dort ihren tatsächlichen Lebensmittelpunkt.
Durch diese Täuschung sollen zwei der Beschuldigten insgesamt rund 57.600 Euro an Ausgleichszahlungen von der SVS erhalten haben. Beim dritten Verdächtigen blieb es laut Polizei beim Versuch.
Ermittlungen führte die Ermittlungsgruppe SOLBE (Sozialleistungsbetrug) der Polizeiinspektion Gloggnitz. Dabei wurden zahlreiche Hinweise entdeckt, die den angeblichen Wohnsitz in Österreich widerlegten.
So stellten die Beamten fest, dass es am gemeldeten Wohnsitz keinen Wasseranschluss gab und nur ein minimaler Stromverbrauch nachweisbar war. Das deutete darauf hin, dass die Wohnung tatsächlich kaum genutzt wurde.
Außerdem bestand ein Nachsendeauftrag für Post nach Ungarn. Weitere Wohnsitze der Verdächtigen wurden zudem in Deutschland, Schweden und der Slowakei festgestellt.
Auch mehrere Fahrzeuge mit deutschem Kennzeichen konnten den Beschuldigten zugeordnet werden. Diese Hinweise verstärkten den Verdacht, dass sich die Männer überwiegend außerhalb Österreichs aufhielten.
Im Zuge der Ermittlungen stellten die Polizisten außerdem mehrere gefälschte Urkunden sicher, die im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Betrug stehen sollen.
Besonders dreist: Ein 73-jähriger Verdächtiger soll einen Bewohner in Breitenau dazu angestiftet haben, seine aus Ungarn verschickte Post in neue Kuverts zu geben und in Gloggnitz zur Post zu bringen, um den Absenderort zu verschleiern.
Bei einer Einvernahme zeigte sich einer der 73-Jährigen geständig. Er gab an, sich mit seinen beiden Landsleuten zur Scheinmeldung in Österreich und zu den Betrugshandlungen verabredet zu haben.
Einer der Verdächtigen überwies am 6. März 2026 bereits 18.000 Euro an die SVS zurück und beglich damit einen Teil des Schadens. Ein weiterer 73-Jähriger erschien hingegen bislang nicht zu zwei Beschuldigtenladungen, sein Aufenthaltsort ist unbekannt.
Die beiden 73-Jährigen hatten zudem Klage beim Landesgericht Wiener Neustadt eingebracht, nachdem die SVS die Zahlungen eingestellt hatte. Der gesamte Sachverhalt wurde schließlich der Staatsanwaltschaft Wien angezeigt.