"Das tut weh"

60 Radfahrer melden sich zum Buffet an – keiner kommt

Ein Schweizer Restaurant bleibt auf rund 60 Reservierungen und den Vorbereitungen sitzen. Das passiert immer öfter.

20 Minuten
60 Radfahrer melden sich zum Buffet an – keiner kommt
Auf den Vorbereitungen bleibt das Lokal sitzen. (Symbolbild)
iStock

Was einem Restaurant im Schweizer Kanton Bern passiert ist, sorgt für kollektives Kopfschütteln: 50 bis 60 Gäste eines Radourenanbieters hatten sich zum Buffet angemeldet und tauchten daraufhin nicht auf – ein sogenannter "No Show". "Das tut weh", schreiben die Betreiber auf ihrer Facebook-Seite.

In dem Post, der rund 2.000 Mal geteilt wurde, machen sie ihrem Frust Luft: "Wir waren vorbereitet, hatten organisiert und eingekauft. Was soll das?" Dazu ein Bild der vorbereiteten Soft-Getränke sowie der gedeckten Tische. Sogar den Unkostenbeitrag von 250 Franken (rund 260 Euro) wollen die Veranstalter des Radevents offenbar nicht zahlen.

"No Shows" nehmen zu

In den Kommentaren hagelt es Kritik an dem Radveranstalter sowie Zuspruch für den Betrieb: "Die Zeiten haben sich geändert" oder "Ich hoffe, es bleibt bei diesem einmaligen Erlebnis", schreiben User.

Laut Patrik Hasler-Olbrych, Mediensprecher von Gastro Suisse, sind "No Shows" ein relevantes Problem für die Branche. Betriebe seien auf eine möglichst gute Auslastung angewiesen. "Zudem ist der unternehmerische Druck auch wegen der Teuerung gestiegen, eine Gebühr für 'No Shows' zu verlangen", so der Sprecher. Dies sei auch rechtlich zulässig.

In einer Mitgliederumfrage von Gastro Suisse aus dem Jahr 2021 beobachtete rund die Hälfte der befragten Betriebe (49 Prozent) eine Zunahme an "No Shows" im Vergleich zum Vorjahr. Diese Zunahme könne jedoch mit der Pandemie zusammenhängen. 50,7 Prozent der Befragten gaben indes an, auch künftig keine Gebühren für das ungekündigte Nicht-Erscheinen erheben zu wollen.

Immer mehr Betriebe mit Reservierungsgebühr

In der Schweiz ist es laut Gastro Suisse eine gängige Praxis, bei einer Reservierung zumindest die Telefonnummer zu erfragen. Das helfe, eine gewisse Verbindlichkeit herzustellen. Ausserdem könne es die Gäste dafür sensibilisieren, sich gegebenenfalls abzumelden.

Das ist manchen Betrieben aber nicht mehr verbindlich genug: Einige verlangen aufgrund der vielen "No Shows" bei der Reservation eine Anzahlung. Ob die einzelnen Betriebe solche Gebühren erheben, liegt laut dem Sprecher in deren Ermessen und wird auch nicht vom Verband vorgegeben.

Der Post wurde inzwischen gelöscht. Die Betreiber, die anonym bleiben möchten, wollen sich nicht weiter äußern und sagen auf Anfrage von "20 Minuten", dass sie in Kontakt mit dem Radtourenanbieter stehen. Auch nach mehreren Anfragen hat sich das Unternehmen nicht geäußert.

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    Picturedesk, Screenshot "Heute"

    Auf den Punkt gebracht

    • Ein Schweizer Restaurant bleibt auf rund 60 Reservierungen sitzen, nachdem sich keine einzige Person zum Buffet eingefunden hat
    • Dieses "No Show"-Phänomen wird von der Gastronomiebranche als zunehmendes Problem wahrgenommen, was dazu führt, dass einige Betriebe nun Reservierungsgebühren oder Anzahlungen verlangen
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