Aufatmen für rund 60.000 Beschäftigte in der Elektro- und Elektronikindustrie (EEI). Nach drei intensiven Verhandlungsrunden mit den Arbeitgebervertretern konnten die Gewerkschaften PRO-GE und GPA einen Abschluss erzielen. Donnerstagabend einigten sie sich darauf, die Ist-Löhne und -Gehälter um 9,9 Prozent – mindestes jedoch um 325 Euro – zu erhöhen.
Durch diesen Mindestbetrag bekommen niedrigere Einkommen sogar bis zu 14,6 Prozent mehr Lohn. Durchschnittlich wird dadurch ein Gehaltsplus von 10,5 Prozent erreicht, was über der Verhandlungsbasis (die Inflation von 9,5 Prozent) liegt. Der neue Mindestlohn beträgt 2.238,66 Euro. Ebenfalls um 10,5 Prozent steigen die Lehrlingseinkommen, die Höhe der Zulagen um 9,9 Prozent.
"Die deutlichen Lohn- und Gehaltserhöhungen sind ein Erfolg der Betriebsrätinnen und Betriebsräte, denn die Ankündigung von Betriebsversammlungen hat auf Arbeitgeberseite für Bewegung gesorgt. Nur so war es möglich, in der dritten Verhandlungsrunde einen Reallohnzuwachs in dieser Höhe zu erreichen", betonen die beiden Chefverhandler der Arbeitnehmerseite, Rainer Wimmer (PRO-GE) und Karl Dürtscher (GPA).
Die Erhöhungen gelten mit 1. Mai 2023 für die nächsten zwölf Monate. Die Höhe der neuen Freizeitoption beträgt 16 Stunden und 30 Minuten. Die KV-Einigung für die EEI ist nach der Textilindustrie die zweite Einigung in der industriellen Frühjahrslohnrunde.