Die Zahlen sorgen für Alarmstimmung: 640 Kinder wurden im Vorjahr bei Verkehrsunfällen in Oberösterreich verletzt, sechs kamen ums Leben. Laut SPÖ ist das der höchste Wert seit 20 Jahren. Nun wird der Ruf nach strengeren Maßnahmen laut.
Für Verkehrssprecher Tobias Höglinger sind die Zahlen ein deutliches Warnsignal: "Diese besorgniserregenden Zahlen sind ein klarer Auftrag zum Handeln. Solange auf Landesstraßen die Bedürfnisse des Autoverkehrs Vorrang haben, wird sich die Situation für Kinder im Straßenverkehr nicht bessern." Die SPÖ bringt deshalb einen dringlichen Antrag im Landtag ein.
Kernforderung: Tempo 30 vor Schulen, Kindergärten und Horten soll zum gesetzlichen Regelfall werden. Außerdem sollen Gemeinden mehr Möglichkeiten erhalten, Verkehrsberuhigungen umzusetzen und Radarkontrollen durchzuführen.
Auch Unfall-Hotspots sollen gezielt entschärft werden. Gefordert werden sichere Querungen, Verkehrsinseln und bessere Radwege entlang von Landesstraßen. Denn für Höglinger reichen Appelle an die Verkehrsteilnehmer längst nicht mehr aus.
"Kinder brauchen sichere Wege zur Schule, das sollte ohnehin klar sein, ist aber leider vielerorts nicht der Fall. Dazu muss Tempo 30 vor Bildungseinrichtungen der Standard werden, nicht die Ausnahme." Den Ball spielt die SPÖ nun an Verkehrslandesrat Günther Steinkellner (FPÖ) weiter.
"Ein kindgerechter Straßenraum schützt nicht nur die Kleinsten, er verbessert die Lebensqualität für alle", betont Höglinger. Nun liege es an Steinkellner, "der Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr in Oberösterreich zum Durchbruch zu verhelfen".