Der Beschuldigte nahm am Samstag per Videozuschaltung an der Verhandlung in Lisburn bei Belfast teil. Insgesamt werden ihm fünf Straftaten zur Last gelegt, darunter versuchter Mord, Besitz von Sprengstoff und Gegenständen zur Verwendung bei einer terroristischen Straftat.
Die Explosion vor der Polizeiwache in Dunmurry hatte sich am vergangenen Samstag spät abends ereignet. Verletzt wurde dabei niemand. Die Polizei vermutet die Neue Irisch-Republikanische Armee hinter der Tat - eine paramilitärische Gruppe, die sich bereits zu einem ähnlichen Anschlagsversuch Ende März bekannt hatte.
Ein Ermittler schilderte vor Gericht die Hintergründe: Die Hintermänner hätten Essen zum Mitnehmen bestellt. Dann zwangen sie den Fahrer unter vorgehaltener Waffe, mit einem Sprengsatz zur Polizeistation zu fahren. Der Lieferant schlug bei seiner Ankunft Alarm.
Die Polizei habe gerade damit begonnen, umliegende Häuser zu evakuieren, als der Sprengsatz explodierte. Durch Aufnahmen von Überwachungskameras konnte der nun Angeklagte identifiziert werden. Er wurde am Dienstag festgenommen und am Freitag angeklagt.
Der Verteidiger des Beschuldigten bezeichnete die Anklage als "übertrieben". Ein weiterer Gerichtstermin ist für Mitte Mai angesetzt.
Die IRA hatte im Nordirland-Konflikt jahrzehntelang für die Vereinigung Nordirlands mit der Republik Irland gekämpft. Der blutige Konflikt endete 1998 mit dem Karfreitagsabkommen. Seit die IRA 2005 offiziell ihren bewaffneten Kampf beendete, sind mehrere Splittergruppen weiterhin gewaltsam aktiv.