Petition gestartet

70 Tage keine Fähre: "Brücke über March muss kommen"

Tausende Pendler, Unternehmer und Touristen sind im Raum Angern auf eine Fähre angewiesen. Nur: Bei Hoch- oder Niedrigwasser fällt sie aus.
Erich Wessely
24.07.2026, 05:15
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"2026 haben wir nun schon 70 Tage, wo die Fähre stillsteht", so Gerhard Küssler (59), der in Grub an der March (Bezirk Gänserndorf) einen Winzerhof führt. Der Unternehmer startete eine Initiative, um Bewegung in den Bau einer Straßenbrücke über die March zu bekommen. Binnen weniger Tage wurden schon 3.200 Unterschriften erzielt.

Küssler zeigt auf: Die March bildet auf rund 69 Kilometern die Grenze zwischen Österreich und der Slowakei, es gibt aber nur eine einzige Straßenbrücke bei Hohenau. Dazu gibt es noch die Fähre, die Angern an der March und Záhorská Ves verbindet. Bei Niedrigwasser, so wie jetzt, ist sie aber außer Betrieb. Zwischen 22 Uhr und 5 Uhr ist immer geschlossen.

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"Wollen beide Länder ins Boot holen"

"Mit der Petition wollen wir beide Länder ins Boot holen", betont Küssler. Einen geeigneten Brückenstandort gebe es bereits: "An der Grenze zu Zwerndorf, dort stört das niemanden."

Lange Vorgeschichte

2019 hatten sich betroffene Gemeinden auf einen neuen Standort südlich von Angern im Bereich der Zwerndorfer Grenze einigen können. Zuvor hatte 2014 in einer Volksbefragung in Angern an der March die Bevölkerung den geplanten Standort im Bereich der heutigen Fähre abgelehnt.

"Fährausfälle eine Katastrophe"

Für seine sechs Mitarbeiter aus der Slowakei seien die Fährausfälle "eine Katastrophe. Bei Hochwasser fällt dann auch noch Hohenau weg". Dann erhöhe sich die Fahrzeit von fünf Minuten auf 1 Stunde und 40 Minuten – fallen beide Optionen weg (Fähre in Angern und Querung in Hohenau) bleibt nur der Weg über Bratislava. Das Problem betreffe aber auch viele Pflegekräfte aus der Slowakei.

Die Fähre sei für in Österreich arbeitende Slowaken, die pendeln, auch eine Geldfrage. Hin und retour kostet die Fährfahrt 6 Euro, im Monat kommen also Zusatzkosten von weit über 100 Euro zusammen.

Zahlreiche Straßenbrücken über die Donau

Andere europäische Grenzregionen würden vorzeigen, dass leistungsfähige Brücken selbstverständlich sind. Über die Donau verbinden zahlreiche Straßenbrücken Österreich, die Slowakei und Ungarn. Als Beispiele führt Küssler auch die Salzach zwischen Österreich und Deutschland und den Rhein zwischen Österreich und der Schweiz an. "Man muss auch schauen, dass man die Förderungen der EU wieder bekommt", beim Angern-Projekt hätte die EU 85 Prozent der Finanzierung beigetragen.

Eine Straßenbrücke würde auch eine sicherheitstechnische Komponente lösen: Ein grenzüberschreitender Feuerwehreinsatz ist bei Fährausfällen nur schwer möglich.

"Dieselbe leistungsfähige Infrastruktur verdient"

Auf der Seite marchbruecke.at heißt es fettgedruckt: "Gerade im Herzen Europas darf eine ganze Grenzregion nicht dauerhaft von einer wetter- und wasserstandsabhängigen Fähre abhängig sein. Die Menschen in der Marchregion haben dieselbe leistungsfähige Infrastruktur verdient wie viele andere Grenzregionen Europas." Mehr zur Initiative: www.marchbruecke.at

{title && {title} } wes, {title && {title} } Akt. 26.07.2026, 12:19, 24.07.2026, 05:15
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