Die March hat einen neuen traurigen Rekord geknackt: Wie eine Auswertung hydrographischer Daten des Landes Niederösterreich durch den WWF zeigt, wurden bei Hohenau an der March (Bezirk Gänserndorf) am Montag 30,3 Grad Celsius gemessen. Damit lag der Fluss erstmals über der 30-Grad-Marke.
Der bisherige Höchstwert war damit deutlich übertroffen. Am 3. August 2018 waren an derselben Stelle 29,3 Grad gemessen worden. Auch das Tagesmittel lag zuletzt mit 28,7 Grad außergewöhnlich hoch.
Für die Tiere im Wasser kann das zur echten Belastung werden. "Für Fische ist die Wassertemperatur ein entscheidender Stressfaktor. Warmes Wasser enthält weniger Sauerstoff, gleichzeitig steigt der Sauerstoffbedarf der Tiere", sagt WWF-Expertin Marie Pfeiffer.
Besonders kritisch wird es dort, wo tiefere Bereiche, lebendige Seitenarme und kühlere Rückzugsräume fehlen. Dann kann Hitze für Fische rasch zur Überlebensfrage werden.
Der WWF fordert deshalb ein gezieltes Sanierungsprogramm für besonders gefährdete Flüsse und Bäche. Nötig seien wieder angebundene Seitenarme und Mäander, mehr Platz für Auen, Bäume und Sträucher an unbeschatteten Ufern sowie klare Regeln für Wasserentnahmen.
"Renaturierung ist ein hervorragender Hitzeschutz. Je vielfältiger ein Gewässer ist, desto eher finden Fische bei Extremtemperaturen kühlere Bereiche", so Pfeiffer.
Die March gilt dabei als Beispiel für viele regulierte Tieflandflüsse. Begradigte Ufer, abgetrennte Mäander und geschwächte Verbindungen zur Au haben natürliche Kühlzonen verkleinert. Genau das kann Fischen und anderen Wasserlebewesen bei extremer Hitze gefährlich werden.