Wo sonst die HSV-Fans ihre Mannschaft nach vorne peitschen, stehen am kommenden Wochenende religiöse Redner im Mittelpunkt. Die Zeugen Jehovas haben sich für einen dreitägigen Großkongress im Volksparkstadion eingemietet.
Von Freitag bis Sonntag werden nach Angaben von Michael Tsifidaris, Sprecher der Zeugen Jehovas Norddeutschland, insgesamt rund 75.000 Teilnehmer erwartet. Darunter befinden sich auch 5.000 internationale Gäste aus 25 Ländern.
Für die Veranstaltung laufen bereits seit einem Jahr die Vorbereitungen. Rund 10.000 freiwillige Helfer sollen im Einsatz sein. Sogar das Hamburger Hotel Grand Elysée wurde für den Kongress zu einem Begegnungszentrum umfunktioniert.
Das Herzstück der Veranstaltung wartet allerdings dort, wo normalerweise Bundesliga-Punkte vergeben werden. Unter dem Motto "Ewiges Glück" findet im Volksparkstadion ein dreitägiges religiöses Programm statt.
Dafür werden gleich drei Bühnen genutzt. Die Vorträge werden auf Deutsch, Englisch und Polnisch gehalten.
Hinter dem Treffen steckt auch ein historischer Anlass. Vor 80 Jahren, 1946, kamen rund 4.000 Zeugen Jehovas auf der Hamburger Moorweide zusammen. Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sollte das Treffen ein Zeichen für Frieden und Zusammenhalt setzen.
Während der NS-Zeit waren Zeugen Jehovas verfolgt worden. Zahlreiche Mitglieder wurden verhaftet und in Arbeits- sowie Konzentrationslager deportiert.
Für einige Tage wird das Zuhause des HSV nun erneut zum großen Treffpunkt der Glaubensgemeinschaft – bevor anschließend wieder der Fußball das Kommando im Volkspark übernimmt.