Für Marko Arnautovic sollte es mit Roter Stern Belgrad in die Champions League gehen, stattdessen herrscht beim serbischen Topklub Alarmstufe Rot. Das blamable Aus gegen Hapoel Be’er Scheva hat ein regelrechtes Beben ausgelöst.
Nach dem 0:1 im Hinspiel verlor Roter Stern am Dienstag auch das Rückspiel vor eigenem Publikum mit 0:2. Damit ist der Traum von der Königsklasse für den serbischen Meister erneut frühzeitig geplatzt. Bereits im Vorjahr war Roter Stern in der Champions-League-Qualifikation gescheitert.
Mittendrin im Debakel: ÖFB-Rekordtorschütze Arnautovic. Der 37-Jährige war letzten Sommer mit großen Erwartungen nach Belgrad gewechselt und sollte mit seiner internationalen Erfahrung beim Angriff auf die Champions League helfen. Stattdessen muss er mit seinem neuen Klub nun den nächsten heftigen Rückschlag verdauen.
Die erste personelle Konsequenz folgte noch in der Nacht. Dejan Stankovic verabschiedete sich nach der Niederlage in der Kabine von seinen Spielern und reichte seinen unwiderruflichen Rücktritt ein. Am Mittwoch bestätigte Roter Stern das Aus des Trainers offiziell.
Für Stankovic endet damit auch seine zweite Amtszeit in Belgrad nach einem Champions-League-Quali-Aus. Schon 2022 war die Klublegende nach dem Scheitern an Maccabi Haifa zurückgetreten. Erst im vergangenen Dezember hatte er erneut bei Roter Stern übernommen.
Sein letztes Spiel hatte es in sich. Stankovic sah während der Partie die Rote Karte und wurde beim Verlassen des Platzes von den eigenen Fans mit Pfiffen bedacht. Auf den Tribünen wurden zudem lautstark Konsequenzen in der Führungsetage gefordert.
Der Frust sitzt auch bei Roter Sterns starkem Mann Zvezdan Terzic tief. Nach einer Dringlichkeitssitzung kündigte er für Dezember sogar Neuwahlen der Klubführung an – obwohl die aktuelle Führung erst im Mai für weitere vier Jahre gewählt worden war.
Terzic zeigte Verständnis für die wütenden Fans. "Wenn ich gestern auf der Westtribüne gesessen hätte, hätte ich mich ebenfalls umgedreht und 'Vorstand raus!' gerufen", erklärte er. Seit seinem ersten Besuch im Stadion im Jahr 1977 habe er "keine schlechtere Vorstellung von Zvezda gesehen".
Wer Arnautovic und Co. aus der Krise führen soll, will Roter Stern bis Freitag bekannt geben. In serbischen Medien werden Aleksandar Kolarov, Albert Riera und Rafael Benitez als Kandidaten gehandelt.
Viel Zeit für die Trainersuche bleibt nicht. Nach dem Champions-League-Aus geht es für Roter Stern in der Qualifikation zur Europa League weiter. Dort wartet im Play-off Viktoria Pilsen.