Bei den dritten landesweiten Großdemonstrationen unter dem Motto "No Kings" (Keine Könige) protestierten am Samstag mindestens acht Millionen Menschen gegen US-Präsident Donald Trump. In über 3.300 Veranstaltungen in allen 50 Bundesstaaten gingen die Demonstranten gegen seine als autoritär kritisierte Regierungsführung auf die Straße.
Es war der bislang weitreichendste Protesttag seit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit vor 14 Monaten. Beim ersten Protesttag am 79. Geburtstag des US-Präsidenten hatten mehrere Millionen Menschen demonstriert, beim zweiten gingen Schätzungen zufolge sieben Millionen US-Bürger auf die Straße.
In St. Paul, der Hauptstadt von Minnesota, spielte Rockstar Bruce Springsteen vor Zehntausenden Demonstranten seinen Protestsong "Streets of Minneapolis". Der linke US-Politiker Bernie Sanders erklärte: "Wir werden niemals einen Präsidenten akzeptieren, der ein pathologischer Lügner, ein Kleptokrat und ein Narzisst ist, der jeden Tag die Verfassung der Vereinigten Staaten und die Rechtsstaatlichkeit untergräbt."
In New York gingen Zehntausende auf die Straße, darunter Oscar-Preisträger Robert De Niro. Er bezeichnete Trump als "existenzielle Bedrohung für unsere Freiheit und Sicherheit". In Atlanta protestierten Menschen mit Plakaten wie "Wir verlieren unsere Demokratie", in Washington marschierten Trump-Gegner mit "Kampf dem Faschismus"-Bannern zum Lincoln Memorial.
In vielen Städten zogen Demonstranten zu Gefängnissen der Fremdenpolizei ICE, was zum Teil zu Zusammenstößen mit Sicherheitskräften führte. Die Polizei von Los Angeles (Kalifornien) teilte mit, dass es zu "mehreren Festnahmen" gekommen sei, nachdem Demonstranten in der Nähe eines Bundesgefängnisses den Auflösungsbefehlen nicht Folge geleistet hatten.
In Portland (Oregon) kam es einmal mehr zu Zusammenstößen zwischen der Antifa und Sicherheitskräften vor einem ICE-Gefängnis, wie Videos im Netz zeigen. Es gab mehrere Festnahmen. Reuters berichtete, dass es auch in Dallas (Texas) zu Verhaftungen gekommen sei, nachdem es zu "kleineren Auseinandersetzungen" gekommen war, als Gegendemonstranten Straßen blockierten und den No Kings-Marsch störten.
Zusätzlichen Zulauf brachte den Demonstrationen die Unzufriedenheit über den vor einem Monat gemeinsam mit Israel begonnenen Iran-Krieg. Auch das brutale Vorgehen gegen Einwanderer sorgte für Empörung, nachdem zwei US-Bürger am Rande von Protesten von Einsatzkräften erschossen worden waren.
Die Anti-Trump-Proteste fanden auch außerhalb der USA statt. In europäischen Städten wie Wien, Amsterdam, Madrid und Rom gingen ebenfalls Menschen auf die Straße.