Kritik immer größer

87 Millionen in Sand gesetzt – Ski-Boss vor der Abwahl

Der umstrittene Johan Eliasch will sich nun als Georgier erneut zum FIS-Präsidenten wählen lassen. Dies versuchen die großen Verbände zu verhindern.
Sport Heute
09.06.2026, 18:03
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Johan Eliasch weiß, worauf es ankommt. "Wir müssen flexibel sein", hatte der Präsident des Skiweltverbands FIS während seiner letztlich krachend gescheiterten Kandidatur als IOC-Präsident postuliert. Eliasch ist schwedischer und britischer Staatsbürger. Weil ihm beide Heimatländer die notwendige Unterstützung als Weltski-Boss entzogen haben, nahm der 64-Jährige kurzerhand die georgische Staatsbürgerschaft und Nominierung an – ganz flexibel.

Am Donnerstag will sich der Neu-Georgier in Belgrad beim FIS-Kongress wiederwählen lassen. Und nahezu alle großen Ski-Nationen wollen dies mit aller Kraft verhindern. Denn Eliasch hat in seiner ersten Amtszeit seit 2021 offenbar derart viel Geld verbrannt und derart wenige Versprechen erfüllt, dass er in bemerkenswerter Geschlossenheit für untragbar erklärt wurde. Bleibt Eliasch dennoch im Amt, droht der FIS die Spaltung.

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87 Millionen weniger

Eine Wiederwahl von Eliasch in Belgrad wäre eine Katastrophe, urteilt auch Stefan Schwarzbach, Vorstand im Deutschen Skiverband. "Aus unserer Sicht reichen kosmetische Korrekturen längst nicht mehr aus. Die FIS braucht eine echte Kernsanierung, um Vertrauen, finanzielle Stabilität und Geschlossenheit zurückzugewinnen", sagte Schwarzbach.

Das Vermögen der FIS soll unter Eliasch von 130 auf 43 Millionen Franken geschrumpft sein, wie Athletensprecher AJ Ginnis ermittelt hat. Der Finanz-Streit eskalierte vergangene Woche, als FIS-Geschäftsführer Urs Lehmann hinwarf – der Ex-Abfahrtsweltmeister aus der Schweiz war 2021 in der Präsidentschaftswahl Eliasch unterlegen, war als CEO seit 2025 dessen Gegenpol.

"Lehmanns Rücktritt spricht Bände", sagt Schwarzbach: "Wenn selbst der Steuermann, der die Entwicklung der vergangenen Jahre aus nächster Nähe begleitet hat, eine dringende finanzielle Kurskorrektur fordert, dann sollten bei allen Delegierten die Alarmglocken läuten."

Heftige Kritik

Seinen ohnehin überschaubaren Rückhalt hat der exaltierte Eliasch durch sein amtliches Auftreten verspielt. Viele Verbände und Sportler fühlten sich schlecht oder gar nicht von ihm vertreten.

"Vieles, was die aktuelle FIS-Führung versprochen hat, wird nicht umgesetzt", sagt Alpin-Superstar Mikaela Shiffrin: "Ich hoffe, dass die zukünftige Präsidentin oder der zukünftige Präsident sich wirklich für die Athleten einsetzt und unsere Leistungen durch Transparenz und Ehrlichkeit wertschätzt."

Dreikampf um das Präsidentenamt

Den Rückhalt seiner Heimat(en) hat Eliasch längst verloren. Die Briten, die ihn 2021 nominierten, schicken ihre Verbandspräsidentin Victoria Gosling in Belgrad ins Rennen, auch die mächtigen Verbände ÖSV, sowie aus der Schweiz, aus Schweden, den USA, Norwegen oder Deutschland werben für einen der Gegenkandidaten ein. Das sind neben Eliasch die Britin Victoria Gosling oder der Liechtensteiner Alexander Ospelt. Die Dnin Anna Harbö Falkenberg und der US-Amerikaner Dexter Paine zogen zurück.

Ist Eliasch damit am Ende? Nicht zwingend – mit den Stimmen der kleinen Verbände könnte er sich halten. Dort kann Milliardär Eliasch noch punkten. Siehe Georgien, das ihn, der keinerlei Verbindung zur Kaukasus-Republik besaß, für die Wahl nominierte – der Vorschlag des Heimatverbands ist Kandidatur-Voraussetzung.

Wenn Eliasch aber gewählt wird? "Dann fahren wir mit 180 km/h gegen eine Wand", sagt Diego Züger, Geschäftsführer des Schweizer Verbandes. Und deshalb steht im Hintergrund eine Drohung: Die großen Ski-Nationen könnten sich vom Weltverband lossagen und Top-Veranstaltungen wie Kitzbühel oder Wengen eigenverantwortlich organisieren. Eliasch würde kaum gleichwertigen Ersatz finden. Zumindest nicht in seiner Heimat Georgien.

{title && {title} } red, {title && {title} } 09.06.2026, 18:03
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