Brisante Wahl

ÖSV-Ikone schlägt Alarm: "Skisport droht die Spaltung"

Kurz vor der brisanten FIS-Präsidentenwahl schlägt Ex-Ski-Star Alexandra Meissnitzer Alarm. Sie sieht den Wintersport an einem Wendepunkt.
Sport Heute
08.06.2026, 05:20
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Der Machtkampf im internationalen Skisport spitzt sich weiter zu. Wenige Tage vor der Wahl des FIS-Präsidenten in Belgrad meldet sich nun auch Alexandra Meissnitzer mit deutlichen Worten zu Wort.

Die Salzburger Ex-Rennläuferin arbeitet seit neun Monaten im Umfeld von FIS-Präsident Johan Eliasch – für Spezialprojekte im "Presidents Office".

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Zuletzt stellten sich nicht nur die großen Verbände wie der ÖSV, sondern auch viele Spitzensportler wie Mikaela Shiffrin, Loic Meillard oder Marco Odermatt gegen Eliasch. Meissnitzer bereiten die Entwicklungen der vergangenen Wochen große Sorgen, sagt sie im Interview mit den "SN".

"Die Glaubwürdigkeit der gesamten Organisation hat durch die Ereignisse der letzten Wochen gelitten und so wie es derzeit läuft, scheinen die großen Verbände kein Vertrauen mehr zu haben", sagt Meissnitzer nach dem Rücktritt von CEO Urs Lehmann.

Meissnitzer weiter: "Wenn ich das stillschweigend hinnehme, dann käme es einer Zustimmung zu den aktuellen Vorgängen gleich. Wenn gerade die besten Athleten wie Shiffrin oder Odermatt ihre Kritik so massiv äußern, dann kann ich das nicht ignorieren, dann kann ich nicht zum FIS-Kongress fliegen und abwarten, was passiert. Wer sollte mich dann nach den Wahlen noch ernst nehmen? Es geht im Leben immer um Haltung und die Konsequenzen sind ohnedies selbst zu tragen."

Besonders alarmierend findet Meissnitzer die verhärteten Fronten. "Es ist sehr, sehr viel Erde verbrannt worden", erklärt die ehemalige Gesamtweltcupsiegerin. "Die Frage ist: Kriegen wir das noch hin? ,Talk is cheap', es wird viel zu viel geredet und viel zu wenig im Sinne des Sports gehandelt."

Immer wieder wird derzeit darüber spekuliert, dass traditionsreiche Weltcup-Orte wie Kitzbühel, Schladming oder Wengen gemeinsam mit großen Verbänden eigene Wege gehen könnten.

Für Meissnitzer wäre das ein dramatisches Szenario: "Dann droht wirklich die Spaltung", stellt die Doppel-Weltmeisterin von 1999 klar. "Es bleiben noch wenige Tage, um hier gegenzusteuern. Seit geraumer Zeit erleben wir nur Differenzen und öffentliche Auseinandersetzungen, das ist für mich schwer nachvollziehbar. Wenn nur noch Konfrontation herrscht und der Dialog verloren geht, dann schaut es nicht gut aus."

Für zusätzliche Unruhe sorgte zuletzt der Rücktritt von FIS-CEO Urs Lehmann. Die Diskussionen um fehlende Transparenz und finanzielle Entwicklungen innerhalb des Weltverbandes reißen ebenfalls nicht ab.

Meissnitzer spricht offen von einem großen Vertrauensverlust und kritisiert, dass es zuletzt an Transparenz gefehlt habe.

Trotzdem will sie die Hoffnung nicht aufgeben. Eine Lösung sei noch möglich, auch wenn die Lage schwierig sei. "Da ist kaum mehr Vertrauen da", sagt Meissnitzer. "Es wird schwierig, das zu kitten. Schwierig, nicht unmöglich."

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