Der Widerstand gegen FIS-Präsident Johan Eliasch wächst weiter. Nachdem sich bereits Ski-Superstar Marco Odermatt für einen Führungswechsel an der Spitze des Weltverbandes ausgesprochen hatte, üben nun auch Mikaela Shiffrin und Loic Meillard deutliche Kritik am amtierenden Präsidenten.
Vor allem die fehlende Umsetzung angekündigter Reformen sorgt bei den Athleten für Unmut. "Ich habe kein Problem mit Johan Eliasch als Person, aber als Präsident hat er viele seiner Versprechen nicht gehalten", erklärte Meillard. Der Schweizer wünscht sich künftig eine Führung, die sich stärker auf die Interessen des Skisports konzentriert.
Auch Rekord-Weltcupsiegerin Mikaela Shiffrin schlägt ähnliche Töne an. Die US-Amerikanerin kritisiert vor allem mangelnde Transparenz innerhalb des Weltverbandes. Viele Athleten hätten das Gefühl, dass wichtige Entscheidungen nicht ausreichend kommuniziert würden. "Transparenz ist der Schlüssel", betonte Shiffrin gegenüber dem "Blick"
Ein zentraler Kritikpunkt betrifft die finanzielle Entwicklung der FIS. Als Eliasch 2021 das Präsidentenamt übernahm, verfügte der Verband laut Berichten über Reserven von rund 140 Millionen Euro. Aktuell sollen davon nur noch etwa 46 Millionen übrig sein.
Für Meillard stellt sich deshalb die Frage, wo die investierten Gelder geblieben sind. Verbesserungen im Weltcup-Alltag seien aus Sicht der Athleten kaum spürbar. Weder die Qualität vieler Rennpisten noch die Bedingungen bei Veranstaltungen hätten sich entscheidend verbessert.
Besonders enttäuscht zeigen sich die Sportler bei den Preisgeldern. Eliasch hatte bei seinem Amtsantritt angekündigt, langfristig Preisgelder auf ein Niveau zu bringen, das mit dem Tennissport vergleichbar sei. Zudem wurde den Athleten später eine Erhöhung der Preisgelder in Aussicht gestellt. Beide Versprechen seien bislang nicht umgesetzt worden.
Shiffrin kritisiert darüber hinaus, dass Anliegen der Athleten oft nicht ernst genommen würden. Wer Probleme intern anspreche, erhalte häufig ausweichende Antworten oder Zusagen, die später nicht umgesetzt würden. "Vieles von dem, was versprochen wurde, wird nicht wirklich in die Tat umgesetzt", sagte die US-Amerikanerin.
Am 11. Juni steht in Belgrad die Wahl des FIS-Präsidenten an. Eliasch kandidiert erneut und hofft auf eine weitere Amtszeit. Mehrere große Skiverbände, darunter die Schweiz und Österreich, wollen seine Wiederwahl jedoch verhindern.
Shiffrin hofft unabhängig vom Wahlausgang auf einen Neuanfang: "Ich wünsche mir einen Präsidenten, der den Athleten wirklich zuhört und ihre Leistungen mit Transparenz und Ehrlichkeit wertschätzt.