Heftiger Gegenwind für den umstrittenen FIS-Boss Johan Eliasch. Vor der anstehenden Präsidenten-Wahl am 11. Juni in Belgrad (Ser) stellen sich immer mehr Top-Athleten öffentlich gegen den 64-Jährigen. Der Vorwurf: dramatische finanzielle Missstände und gebrochene Versprechen.
"Am 31. Dezember 2025 hatte die FIS ein Eigenkapital von knapp 43 Millionen. Vor fünf Jahren waren noch 130 Millionen in der Kasse", rechnet Athletensprecher AJ Ginnis vor.
Nachdem bereits zahlreiche nationale Verbände auf Distanz gegangen sind, melden sich auch die ganz großen Stars der Szene zu Wort. Marco Odermatt bezeichnet die Entwicklung des Ski-Weltverbandes als "alles andere als positiv".
"Ich habe mir vor ein paar Jahren sehr viel von ihm erhofft, weil er neu in dieses System gekommen ist", sagte der Schweizer im Blick. "Nun müssen wir aber festhalten, dass nicht viel vorwärtsgegangen ist. Deshalb bleibt nicht viel anderes übrig, als an der Spitze der FIS einen Wechsel zu machen."
Die Chance auf einen Machtwechsel lebt. Mit Anna Harboe Falkenberg (Dänemark), Victoria Gosling (Großbritannien), Alexander Ospelt (Liechtenstein) und Dexter Paine (USA) treten beim FIS-Kongress vier Kandidaten gegen Eliasch an.
Um bei der Wahl in Serbien überhaupt antreten zu können, griff Eliasch tief in die Trickkiste. Da ihn sein britischer Heimatverband und auch der schwedische Verband nicht für eine weitere Amtszeit nominieren wollten, besorgte sich der gebürtige Schwede kurzerhand einen georgischen Pass.