Nerven liegen blank

ÖSV-Ikone nach Interview von FIS-Kongress ausgeladen

Alexandra Meissnitzer, seit wenigen Monaten für die FIS im Einsatz, wurde von Boss
Johan Eliasch zur "persona non grata" erklärt.
Sport Heute
08.06.2026, 21:06
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Am Donnerstag steigt in Belgrad die FIS-Präsidentenwahl. Wirbel ist garantiert. Denn die Schwergewichte des Skisports – darunter Österreich, Deutschland, die Schweiz, Norwegen, die USA und Kanada – haben sich offen gegen eine weitere Amtszeit von Amtsinhaber Johan Eliasch ausgesprochen.

Der britisch-schwedische Geschäftsmann, 64 Jahre alt und Milliardär, wollte den Sport auf ein neues Level heben, ihn besser vermarkten, internationaler aufstellen. Offenbar ohne Erfolg. Es wurde publik, dass in Eliasch’ erster Amtszeit die Geld-Reserven des Weltverbandes von rund 140 Millionen Franken auf rund 40 Millionen geschrumpft sind.

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Der FIS droht die Spaltung. Urs Lehmann trat vor wenigen Tagen als FIS-CEO zurück, weil er mit dem fragwürdigen Kurs nicht mehr glücklich ist. Zuletzt äußerte auch ÖSV-Ikone Alexandra Meissnitzer, seit neun Monaten im Umfeld von Eliasch für FIS-Spezialprojekte im "Presidents Office" aktiv, massive Bedenken.

"Es ist der Zeitpunkt gekommen, um Haltung zu zeigen. Die Glaubwürdigkeit der gesamten Organisation hat durch die Ereignisse der letzten Wochen gelitten und so wie es derzeit läuft, scheinen die großen Verbände kein Vertrauen mehr zu haben. Wenn ich das stillschweigend hinnehme, dann käme es einer Zustimmung zu den aktuellen Vorgängen gleich", sagte sie in einem Interview mit den "Salzburger Nachrichten". "Wenn die besten Athleten wie Shiffrin oder Odermatt ihre Kritik so massiv äußern, dann kann ich das nicht ignorieren, dann kann ich nicht zum FIS-Kongress fliegen und abwarten, was passiert. Wer sollte mich dann nach den Wahlen noch ernst nehmen? Es geht im Leben immer um Haltung und die Konsequenzen sind ohnedies selbst zu tragen."

Das Interview stieß Eliasch und seinen Anwälten offenbar sauer auf. Denn Meissnitzer wurde nach dem Interview vom FIS-Kongress ausgeladen. "Ich wurde seitens der FIS gebeten, nicht am FIS-Kongress teilzunehmen, und es wurde mir ein Schreiben übermittelt, das derzeit näher geprüft wird. Von weiteren Stellungnahmen möchte ich derzeit Abstand nehmen", teilte die Ex-Athletin den "Salzburger Nachrichten" mit.

Das Blatt geht zudem davon aus, dass ein Aus von Eliasch nicht in Stein gemeißelt ist. Der amtierende Boss habe viele kleine Verbände, den Osten Europas und Asien hinter sich vereint. Schlüsselrollen könnten Italien und Russland, das einen östlichen Stimmblock anführt, spielen.

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