Die Niederlande und Marokko liefern sich in Monterrey eines der attraktivsten Duelle im Sechzehntelfinale der WM. Beide Teams haben in der Gruppenphase überzeugt und blieben ungeschlagen. Während sich Oranje mit sieben Punkten den Gruppensieg sicherte, musste sich Marokko trotz derselben Ausbeute nur wegen der schlechteren Tordifferenz hinter Brasilien mit Platz zwei begnügen.
Für zusätzliche Brisanz sorgt die enge Verbindung beider Länder. In den Niederlanden lebt eine große marokkanische Community, zahlreiche Nationalspieler der "Atlas-Löwen" stehen zudem bei Klubs der Eredivisie unter Vertrag. Einer von ihnen ist PSV-Star Ismael Saibari, der bei dieser WM in jedem Gruppenspiel traf. Entsprechend groß ist der Respekt bei Oranje. Kapitän Virgil van Dijk erwartet einen technisch starken Gegner, der aber auch verwundbar sei. Teamchef Ronald Koeman wollte die Favoritenrolle ebenfalls nicht annehmen und warnte seine Mannschaft davor, sich erneut "schlampige Momente" zu leisten.
Marokko reist dagegen mit viel Selbstvertrauen an. Nach den Erfolgen über Schottland und Haiti sowie dem Remis gegen Brasilien träumen die Nordafrikaner vom ganz großen Coup. Trainer Mohamed Ouahbi sprach sogar offen von Titelambitionen und sieht seine Mannschaft bereit, Geschichte zu schreiben. Der Sieger des Duells macht jedenfalls einen weiteren Schritt Richtung WM-Traum, für den Verlierer ist das Turnier dagegen beendet.