Großer Wirbel um die wohl entscheidende Szene im WM-Sechzehntelfinale zwischen Deutschland und Paraguay. Jonathan Tah hatte die DFB-Elf in der Verlängerung per Kopf vermeintlich mit 2:1 in Führung gebracht, doch nach einem Eingriff des Videoassistenten nahm Schiedsrichter Jalal Jayed den Treffer wieder zurück. Die Entscheidung sorgte bei Experten für völliges Unverständnis.
"Mir fehlen die Worte", sagte Ex-Bundesliga-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer im ZDF. "Die Entscheidung ist absolut nicht nachvollziehbar. Das ist nie und nimmer ein Foul, überhaupt nicht. Das ist handelsüblich."
Was war passiert? Nach einer deutschen Ecke blockte Waldemar Anton im Strafraum Paraguays Torhüter Orlando Gill leicht. Nach einem Hinweis von VAR Tatiana Guzman sah sich Jayed die Szene selbst am Monitor an und entschied auf Foulspiel. Über das Stadionmikrofon erklärte der Marokkaner, Anton habe den Torwart beim Versuch, den Ball zu spielen, behindert. Auf der deutschen Bank reagierte Bundestrainer Julian Nagelsmann mit einem süffisanten Lachen und schüttelte nur den Kopf.
Auch Kinhöfer konnte die Begründung nicht nachvollziehen. "Wir haben bei der WM schon ganz andere Situationen erlebt. Der Torwart steht sofort wieder auf, das ist ein normaler Kontakt."
Ähnlich fiel das Urteil von Bundesliga-Referee Patrick Ittrich bei MagentaTV aus. "Für mich ist das zu kleinlich. Natürlich gibt es einen Kontakt, aber ich sehe kein Wegstoßen, kein Wegdrücken, kein Festhalten", erklärte er. Besonders den Eingriff des VAR stellte er infrage: "Insofern ist es keine klare Fehlentscheidung und dieser Eingriff nicht gerechtfertigt."