Die Abnehmspritzen mit Wirkstoffen wie Semaglutid und Tirzepatid sind für viele Menschen der erste Ansatz seit Jahren, der beim Abnehmen wirklich funktioniert. Über den Anfang der Behandlung wird viel gesprochen – über das Ende fast nichts. Dabei entscheidet sich genau dort, ob der Erfolg bleibt.
Die Datenlage ist unbequem: Nach dem Absetzen der Spritze nehmen Betroffene im Schnitt rund zwei Drittel des verlorenen Gewichts innerhalb eines Jahres wieder zu. Das sind etwa 0,8 Kilogramm pro Monat – viermal schneller als nach klassischen Diätprogrammen.
Wie "chip.de" berichtet, zeigt eine Untersuchung der Universität Oxford, dass der Rückfall nach Medikamenten deutlich schneller verläuft als nach dem Ende eines reinen Ernährungsprogramms. Der Körper holt sich zurück, was die Spritze ihm genommen hat.
Eine Studie der Cleveland Clinic mit fast 8.000 Patienten fand hingegen kaum Gewichtszunahme nach dem Absetzen – im Schnitt nur etwa 0,5 Prozent.
Der Grund: Viele Menschen setzen das Mittel nicht abrupt ab, sondern reduzieren die Dosis oder wechseln die Strategie.
Sobald der Wirkstoff fehlt, kehrt der Appetit zurück – oft stärker als zuvor. Wer schnell abnimmt, verliert zudem nicht nur Fett, sondern auch Muskelmasse. Diese Muskeln sind aber wichtig für einen aktiven Stoffwechsel.
Die Abnehmspritze ist ein starkes Werkzeug, aber sie ersetzt keine veränderte Lebensweise. Sie verschafft ein Zeitfenster, in dem Abnehmen leichter fällt. Was man in diesem Fenster an gesunden Gewohnheiten aufbaut, entscheidet darüber, ob das Ergebnis bleibt.