"Ich bin nicht so gut auf ihn zu sprechen, weil ich am Schluss fit war und man in den Spielen, wo ich eingewechselt wurde, gesehen hat, dass ich gut gespielt habe", schüttelt Philipp Schobesberger den Kopf, als er auf seinen Ex-Trainer Ferdinand Feldhofer angesprochen wird.
Der ehemalige ÖFB-Teamspieler musste Rapid im Sommer nach acht Jahren verlassen. Der Vertrag wurde nicht verlängert. Er wechselte zu Zweitliga-Leader Amstetten. Bleiben wollte er aber ohnehin nicht, zumindest nicht unter Feldhofer …
Das verrät der 28-Jährige in einem aufsehenerregenden Interview mit dem "kicker". Schobesberger rechnet mit Feldhofer ab: "Es hat auch einen kleinen Disput gegeben, weil er mir an einem Donnerstag gesagt hat, ich soll am freien Wochenende mit der zweiten Mannschaft von Freitag bis Sonntag nach Dornbirn fahren. Da habe ich dann aber gesagt: 'Nein, das kommt für mich nicht infrage. Ich bin fit und entweder spiele ich oben oder ich spiele nicht.' Ab dem Zeitpunkt war ich dann bei der zweiten Mannschaft."
Schobesberger lässt kein gutes Haar am Wiener Chefcoach: "Ich habe in diesem Zusammenhang mit Ferdinand Feldhofer schon ein paar Geschichten mitbekommen, das war ja mit Michael Liendl beim WAC eine ähnliche Sache. Ich glaube, dass er einfach generell Probleme mit Spielern hat, die einen eigenen Kopf und eine eigene Meinung haben. Deswegen hat er auch viele junge Spieler im Team, weil denen kann er einfach sagen, sie sollen das und das machen."
„"Ich glaube, dass er einfach generell Probleme mit Spielern hat, die einen eigenen Kopf und eine eigene Meinung haben. Deswegen hat er auch viele junge Spieler im Team, weil denen kann er einfach sagen, sie sollen das und das machen." – Philipp Schobesberger über Ferdinand Feldhofer“
Der Linzer schießt gegen Feldhofer: "Das hat man jetzt bei Michael Sollbauer auch wieder gesehen: Sobald jemand ein wenig Kritik äußert, dann war es das und du wirst gleich auf die Tribüne gesetzt. Ich habe seit dem Disput mit ihm auch kein Wort mehr geredet, weil ich das für wenig sinnvoll erachtet habe. Es haben zwar ein paar Leute gesagt, ich soll mich entschuldigen, aber ich habe gesagt: 'Ich habe nichts gemacht, wofür ich mich entschuldigen sollte.' Und dass ich jetzt darum bettle, dass ich spiele, das mache ich auch nicht."
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Hintergrund: Sollbauer äußerte in einem Sky-Interview Kritik an der Rotation seines Trainers. Daraufhin setzte ihn Feldhofer auf die Tribüne, begründete das mit sportlichen Defiziten gegenüber Leopold Querfeld und Martin Moormann – das konnte "Heute" im Faktencheck widerlegen. Inzwischen ist Sollbauer wieder Stammkraft.
Das angespannte Verhältnis zum Trainer war ein Mitgrund, warum sich Schobesberger im Sommer für eine neue Aufgabe entschieden hat. "Das war der Moment, wo ich dann endgültig gesagt habe, das wird sowieso nichts mehr. Es hat auch schon ein, zwei Wochen vorher eine Situation gegeben, wo ich mir dann gesagt habe, das macht keinen Sinn. Da habe ich mir dann gedacht: 'Passt, ich weiß Bescheid, da brauchen wir nicht weiterreden.' Ich war doch acht Jahre beim Verein und dass ich mich dann häkeln lasse, für das war ich mir dann auch zu stolz", berichtet der Cupsieger von 2013.
Von der Rücktrittswelle nach der Europacup-Blamage gegen Vaduz zeigt sich der ehemalige Bundesliga-Profi überrascht: "Ich habe schon gemerkt, dass es teilweise Unstimmigkeiten gibt, aber bei einem Verein in der Größe von Rapid ist es ganz normal, dass da nicht immer alle derselben Meinung sind. Dass dann aber so ein Beben passiert, davon bin ich nicht ausgegangen."
Trotz des großen Umbruchs in der Führungsetage rechnet Schobesberger nicht mit großen Veränderungen beim österreichischen Rekordmeister. "Da ist es egal, wer jetzt Präsident wird und was sich dann tut. Ich denke, dass bei Rapid in den nächsten Jahren alles gleich bleiben wird", hat der Flügelflitzer wenig Hoffnung auf eine positive Entwicklung.
Mit dem SKU Amstetten fand der gebürtige Linzer eine neue sportliche Heimat. Seit Sommer schnürt der Flügelspieler seine Schuhe in der zweiten Liga.
Für die Grün-Weißen absolvierte Schobesberger verletzungsbedingt lediglich 164 Bundesligaspiele. In Niederösterreich möchte der ehemalige Nationalspieler nun zu alter Stärke zurückfinden. "In erster Linie habe ich die Entscheidung getroffen, um Spielpraxis zu sammeln. Ich trainiere dort seit eineinhalb Monaten, kenne die Mannschaft und ich glaube, dass das für beide eine Win-Win-Situation sein kann", erklärt er.