Absichtlicher Stau soll künftige Staus vermeiden

Auf dieser Route sollen am 25. Oktober 900 Autos zeigen, was bei einer Anbindung von Vorderstoder ans Skigebiet Hinterstoder passieren würde.
Auf dieser Route sollen am 25. Oktober 900 Autos zeigen, was bei einer Anbindung von Vorderstoder ans Skigebiet Hinterstoder passieren würde.Google/Bürgerinitiative
Eine Bürgerinitiative plant einen absichtlichen Stau, um künftige Staus zu vermeiden. Protestiert wird gegen den Ausbau eines Skigebiets.

Der 25. Oktober soll im Gebiet um Vorderstoder (Bez. Kirchdorf/Krems) zeigen, was eine Anbindung der Ortschaft an das Skigebiet Hinterstoder/Höss für Auswirkungen hätte. 

Das Motto der Aktion der Bürgerinitiative "lebenswertes Vorderstoder" ist "1 x STAU gegen immer STAU". So läuft der Protest ab: Anwohner aus dem Ort oder Nachbarorten werden von den Veranstaltern gebeten, um 9 Uhr ins Ortszentrum von Vorderstoder zu kommen. 

So idyllisch präsentiert sich Vorderstoder im Netz. Die Kritiker der Skigebietserweiterung fürchten Staus und einen massiven Eingriff in die Natur.
So idyllisch präsentiert sich Vorderstoder im Netz. Die Kritiker der Skigebietserweiterung fürchten Staus und einen massiven Eingriff in die Natur.vorderstoder.at

Andere Protest-Teilnehmer von weiter weg sollen um 9.30 Uhr in die Ortschaft fahren. 

Die Mehrheit der Österreicher lehnt den Ausbau von Skigebieten ab. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Umfrage des market-Instituts im Auftrag des WWF Österreich. Für 87 Prozent der über 1.000 Befragten ist ein Ausbau von skitechnischer Infrastruktur in noch unverbaute Gletscher- und Hochgebirgsregionen nicht akzeptabel.

Und: 64 Prozent wünschen sich generell einen Ausbaustopp von Seilbahnen. 20 Prozent sogar einen Rückbau. „Das Ergebnis ist ein klarer Auftrag an die Politik. Der Ausbauwahn in unseren Bergen hat große Narben in unseren alpinen Landschaften und einen massiven Schaden an der Natur hinterlassen“, sagt WWF-Naturschutzleiter Christoph Walder.

Die meisten Österreicher sind laut einer Umfrage im Auftrag des WWF dafür, dass Skigebiete so belassen werden wie sie sind oder sogar zurückgebaut werden.
Die meisten Österreicher sind laut einer Umfrage im Auftrag des WWF dafür, dass Skigebiete so belassen werden wie sie sind oder sogar zurückgebaut werden.WWF

"Unser Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die geplante Einstiegstelle auf das Verkehrsaufkommen in Vorderstoder auswirken wird. Du fährst mit Deinem Auto eine Runde genau dort, wo das Schigebiet und die Parkplätze geplant sind", heißt es in einem Aufruf auf Facebook. Zudem solle alle ihre Auto mit einem roten Band oder Tuch kennzeichenen.

900 Autos sollen es insgesamt werden, so viele Parkplätze sind im Zuge der Anbindung von Vorderstoder ans Skigebiet nämlich geplant.

"Mach Fotos, stelle sie ins Netz"

Die Veranstalter rufen zudem auf: "Bitte komm mit Transparent oder Spruchtafel – sag DEINE Meinung klar und deutlich! Mach FOTOS vom STAU und stelle sie ins Netz!"

Die Erweiterung des Skigebiets Hinterstoder steht seit Bekanntwerden der Pläne in der Kritik. Die OÖ. Umweltanwaltschaft schreibt in einer Stellungnahme vom 15. September, dass das Projekt mit den Zielen des oö. Raumordnungsgesetzes nicht in Einklang zu bringen sei. 

"Massiver Eingriff"

Begründung: "Grund sind die erheblichen negativen Auswirkungen auf die Ortsentwicklung von Vorderstoder, der massive Eingriff in die Interessen des Natur- und Landschaftsschutzes, die zu erwartenden verkehrlichen Probleme im Ort und den Nachbargemeinden zu erwähnen, vor allem aber ist die „Schneesicherheit“ in Höhen zwischen 800 und 1200 m auf Grund des Klimawandel nicht mehr gegeben".

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