Die Modekette Adenauer & Co. mit Standorten in Deutschland, Spanien und Österreich hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestartet. Gründer Andreas Adenauer, Enkel des legendären Bundeskanzlers Konrad Adenauer, sieht die Ursache der Krise nicht bei seiner Marke, sondern bei einem mutmaßlichen Betrugsfall.
Das Unternehmen verkauft gehobene Freizeitmode mit maritimem Stil und betrieb zuletzt 59 Filialen. Rund 40 Millionen Euro Außenumsatz wurden erzielt, etwa 200 Mitarbeiter waren beschäftigt. Erste Standorte mussten bereits schließen: Im Juni machte der Laden in Dresden zu, am 18. Juli folgte Bonn.
"Unser Problem ist nicht das Produkt. Wir hatten ein Betrugsproblem", wird Adenauer bei CHIP zitiert. Hintergrund sei ein Vorfall in der Türkei, wo das Unternehmen nach der Corona-Pandemie in eine Fertigung investiert hatte. Dort seien Gelder veruntreut worden - der Schaden liegt im mittleren einstelligen Millionenbereich.
Mittlerweile gibt es aber Hoffnung: Die Marke wurde an einen Franchisepartner verkauft, der Großteil der Filialen soll erhalten bleiben. Die Übernahmeverhandlungen und die Sanierung seien praktisch abgeschlossen, die Gläubigerversammlung muss dem Verkauf Ende August noch zustimmen.
Für österreichische Kunden heißt das vorerst: Die Standorte hierzulande bleiben bestehen. Das Insolvenzverfahren wird von der Kanzlei Voigt Salus begleitet.