Italiens Behörden greifen bei der Steuerkontrolle in der Formel 1 offenbar deutlich härter durch. Laut "RacingNews365" will die italienische Steuerbehörde rückwirkend Geld von Fahrern eintreiben, die in den vergangenen Jahren bei Rennen auf italienischem Boden an den Start gegangen sind.
Auslöser sind Ermittlungen der Guardia di Finanza. Wie berichtet wird, prüfen die Finanzfahnder, ob auf Einkommen, das bei Rennen in Italien erzielt wurde, korrekt Steuern bezahlt worden sind. Das könnte sowohl für Fahrer als auch für Teams rechtlich heikel werden.
Hintergrund ist das italienische Steuerrecht: Ausländische Athleten müssen demnach auf Einkünfte aus Sportveranstaltungen in Italien auch dort Steuern zahlen. Die Regeln seien in der Praxis bisher aber nur unregelmäßig durchgesetzt worden. Nun scheint sich das zu ändern.
Nach Informationen von "RacingNews365" wurden aktuelle und ehemalige Formel-1-Fahrer bereits per Brief kontaktiert. Sie sollen Steuererklärungen für das Steuerjahr 2025 einreichen und sich mit den Behörden über das weitere Vorgehen abstimmen. Gleichzeitig wollen die italienischen Behörden offenbar auch mehrere Jahre rückwirkend prüfen, sofern das rechtlich möglich ist.
Besonders brisant: Die Ermittler wollen dem Bericht zufolge tief in die Finanzen der Betroffenen eintauchen und dafür auch Fahrer- und Sponsorenverträge prüfen. Für einzelne Piloten könnte das ernste Folgen haben. Übersteigt die nicht bezahlte Steuer den Betrag von 50.000 Euro, gilt das in Italien für Privatpersonen als Straftat. Zusätzlich zu Nachzahlungen drohen auch empfindliche Geldstrafen.
Im Fokus stehen dabei Rennen auf italienischem Boden. In den vergangenen Jahren fuhr die Formel 1 in Monza, Imola und 2020 auch in Mugello. Der Rechnungshof soll Ermittlungen in allen drei Provinzen angeordnet haben, woraufhin die Guardia di Finanza aktiv wurde.
Ganz neu ist das Thema in Italien nicht. Schon 2020 wurde die Besteuerung nicht ansässiger Sportler im Parlament diskutiert, ernsthafte Folgen blieben damals aber aus. Jetzt könnte es für die Formel-1-Fahrer deutlich unangenehmer werden.