Schock am Mittwoch in der deutschen Politik: Während einer Wahlkampfveranstaltung im bayrischen Ingolstadt klagte AfD-Chef Tino Chrupalla plötzlich über Unwohlsein. Er musste daraufhin medizinisch versorgt und in ein Spital gebracht werden. Über Nacht war sogar eine Verlegung auf die Intensivstation notwendig geworden.
Mittlerweile hat der Rechtspolitiker aber das Krankenhaus wieder verlassen können, wie die Partei am Donnerstagabend mitteilt: "Tino Chrupalla konnte mittlerweile Ingolstadt verlassen und wird sich in weiterführende ärztliche Behandlung begeben. [...] Alle mit ihm in Bayern noch geplanten Wahlkampftermine wurden abgesagt."
Was genau passiert war, ist noch Gegenstand laufender Ermittlungen. Die AfD spricht von einem tätlichen Angriff als Chrupalla gerade Selfies mit Anhängern gemacht habe. Vor Ort sei eine kurze Nadel gefunden worden, im Spital dann eine "Stichverletzung diagnostiziert" worden. "Herr Chrupalla litt darüber hinaus unter starken Schmerzen und Übelkeit. Er war stets ansprechbar, musste jedoch intensivmedizinisch überwacht und behandelt werden", so die Partei in ihrer Stellungnahme.
Laut Staatsanwaltschaft Ingolstadt wird in dem Fall wegen Verdachts der Körperverletzung gegen Unbekannt ermittelt. "Gegenstand ist auch die Frage, ob überhaupt ein Angriff stattgefunden hat", so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Veronika Grieser gegenüber deutschen Medien. "Wir versuchen gerade, herauszufinden, was sich gestern Abend abgespielt hat. Aus Zeugenaussagen wissen wir, dass mehrere Personen Selfies mit Herrn Chrupalla gemacht haben. Die Zeugen haben keinen Angriff oder keine tätliche Handlung Richtung von Herrn Chrupalla in diesem Augenblick beobachten können."
Der AfD-Chef sei danach weitergegangen und habe wenig später Schmerzen im Oberarm verspürt: "Aufgrund der Tatsache, dass er sich darüber hinaus auch schlecht gefühlt hat, wurde er medizinisch behandelt und schließlich dann zur Beobachtung oder Behandlung ins Klinikum Ingolstadt verbracht." Weitere Zeugen würden einvernommen, das Landeskriminalamt untersuche gerade die Kleidung und genommene Blutproben. Die Ergebnisse stünden aber noch aus, so Grieser.
Die Sprecherin kann dazu nur soviel sagen: "Nach meinen Informationen konnte eine Rötung bzw. eine kleine Schwellung am Oberarm festgestellt werden". Aber: "Wir können nicht bestätigen, dass eine Spritze gefunden wurde dort."
Chrupalla war 2019 zum Parteichef gewählt worden, teilt sich seit knapp einem Jahr den Vorsitz mit Alice Weidel.