Ein Mann aus Afghanistan muss am kommenden Dienstag in Klagenfurt wegen des Vorwurfs des Totschlags vor Gericht. Der Asylwerber soll 2015 in der Stadt Kunduz vier Taliban erschossen haben, nachdem diese bei einem Feuergefecht seinen Vater getötet hatten und versucht hatten, ihn und seinen Cousin umzubringen.
Weil eine Auslieferung nach Afghanistan derzeit nicht möglich ist, findet der Prozess in Österreich statt. Die Staatsanwaltschaft legt dem Angeklagten zu Last, dass der Angriff der Taliban bereits beendet war, als dieser die Männer erschoss. Damit habe er zwar den Vorsatz gehabt, sie zu töten.
Weil ihm eine "allgemein begreifliche heftige Gemütsbewegung" gebilligt wird, wurde keine Mordanklage erhoben. Dem Angeklagten drohen fünf bis zehn Jahre Haft.