Aida stoppt Verkauf von CBD-Brownies noch heute

Das Gebäck mit dem Hanf-Zusatz verschwindet aus dem Sortiment der Traditions-Konditorei. So kam es dazu.
Aida gibt auf: Nachdem sich die Traditions-Konditorei noch gestern kämpferisch gezeigt hatte, teilt sie nun mit, dass sie den Verkauf von CBD-Produkten am Mittwoch um Mitternacht einstellt. "Eben erhielten wir den neuen CBD-Erlass aus dem Gesundheitsministerium", begründet sie den Schritt in den sozialen Medien. Nicht ohne noch ein letztes Mal die Werbetrommel zu rühren: "Wer noch die letzten haben möchte, hat heute noch die Chance dazu!"



Bereits am Sonntag hatte das Ministerium von Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein eine Presseaussendung verschickt, wonach der Verkauf von CBD-haltigen Lebensmitteln verboten sei.

Hashtag #freecbd

"Es ist irrelevant, in welcher Menge CBD im Brownie eingesetzt wird. CBD darf in Kuchen nicht verwendet werden!", sagte ein Sprecher der Ministerin im Gespräch mit "Heute.at".

CommentCreated with Sketch.27 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Allerdings weigerte sich Aida zunächst, die CBD-Brownies aus dem Sortiment zu nehmen. Und postete in den sozialen Medien trotzig Hashtags wie "#freecbd" oder "#420". Der Code steht im US-amerikanischen Raum für "Cannabis".

NEOS verärgert

In Teilen der Politik stößt der Erlass auf wenig Verständnis. „Es ist vollkommen unverständlich, warum die Gesundheitsministerin ohne jede sachliche Grundlage gegen CBD vorgeht", ließ sich etwa NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker in einer Aussendung zitieren. "Weder gibt es eine berauschende Effekte dieses Wirkstoffs, noch sieht die EU-Verordnung ein Verbot von Produkten mit natürlichem CBD-Extrakt vor." Die Regierung betreibe "faktenlose Retro-Politik genauso wie beim Rauchen". Die NEOS kündigen an, Gesundheitsministerin Hartinger-Klein in einer parlamentarischen Anfrage mit kritischen Fragen zu konfrontieren.

Die Liste "Jetzt" betont die Bedeutung von CBD für Schmerzpatienten. Deshalb müsse eine seriöse Debatte darüber geführt werden, "wie wir PatientInnen den Zugang zu dieser vielversprechenden Behandlungsmöglichkeit eröffnen können".

Nicht berauschend



CBD, kurz für Cannabidiol, ist ein Bestandteil des Hanfs. Im Gegensatz zum berauschenden Tetrahydrocannabinol (THC) wirkt er nicht psychoaktiv. CBD erzeugt also keinen Rausch, sondern gilt als beruhigend und schmerzlindernd. Die Langzeitwirkungen sind allerdings noch schlecht erforscht.

In Österreich sind Cannabis-Produkte mit einem THC-Gehalt von über 0,3 Prozent verboten. Viele Anbieter haben sich in jüngster Vergangenheit auf Produkte spezialisiert, die kaum THC enthalten, sehr wohl aber CBD. Für Schlagzeilen sorgte etwa ein Verkaufsautomat für CBD-Marihuana auf der Mariahilfer Straße. (jbu)
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