Protest in OÖ

Aktivisten besetzen Baustelle von Google-Rechenzentrum

Aktivisten haben am Sonntag die Baustelle des geplanten Google-Rechenzentrums in Kronstorf (OÖ) besetzt. Sie fordern einen sofortigen Baustopp.
Newsdesk Heute
30.08.2026, 09:30
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Seit Sonntagfrüh herrscht auf der Baustelle des geplanten Google-Rechenzentrums in Kronstorf (OÖ) Protest. Aktivisten der Initiative "Rechenzentren Nein Danke!" besetzten nach eigenen Angaben gegen 8.20 Uhr das Dach der Baustelle. Vor dem Gelände findet zudem eine Kundgebung zur Unterstützung der Aktion statt.

Die Gruppe richtet sich gegen das geplante Rechenzentrum und fordert von der oberösterreichischen Landesregierung sowie der Bundesregierung einen sofortigen Baustopp in Kronstorf und bei weiteren geplanten Rechenzentren in Österreich.

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Kritik an Strom- und Bodenverbrauch

Im Zentrum der Kritik stehen der aus Sicht der Aktivisten hohe Energie- und Bodenverbrauch solcher Anlagen sowie deren Auswirkungen auf Klima und Umwelt. "In dieser Zeit können wir uns keine Hyperscaler mit irrwitzigem Energie- und Bodenverbrauch leisten", erklärt eine Sprecherin der Initiative.

Die Protestierenden verlangen außerdem die Offenlegung von Bauplänen und der geplanten Nutzung der Rechenzentren. Ein weiterer zentraler Punkt betrifft Künstliche Intelligenz: Die Aktivisten wollen verhindern, dass Rechenzentren in Österreich zum Training von Militär- und Überwachungstechnologien eingesetzt werden.

Auch Attac stellt sich hinter die Aktion. "Die rasante technologische Entwicklung darf nicht zu noch mehr digitaler Überwachung, Polarisierung, Spekulation und Ressourcenverbrauch führen", erklärt Attac-Sprecher David Walch. Digitale Infrastruktur müsse seiner Ansicht nach demokratisch kontrolliert werden.

Die Besetzung löste einen Polizeieinsatz aus. Wie "Heute" erfahren hat, wurde dieser gegen 12.30 beendet. Die Aktivisten hätten sich "friedlich und nicht renitent" verhalten. Der Grundstückseigentümer erlaubte ihnen, dass sie vorerst am Gelände bleiben.

Riesiges Projekt in Oberösterreich

Das geplante Google-Rechenzentrum in Kronstorf soll sich laut Angaben der Initiative über eine Fläche von rund 50 Hektar erstrecken. Die Gegner des Projekts warnen insbesondere vor einem enormen Strom- und Wasserbedarf.

Sie behaupten, das Rechenzentrum würde mehr Strom benötigen als sämtliche Haushalte Oberösterreichs zusammen. Für die Kühlung sollen demnach täglich bis zu 17,5 Millionen Liter Wasser aus der Enns entnommen werden. Rund 5,8 Millionen Liter sollen anschließend mit einer Temperatur von etwa 30 Grad wieder in den Fluss gelangen.

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