Das geplante Google-Rechenzentrum in Kronstorf (Bez. Linz-Land) wird ein Bau der Superlative. Es braucht große Flächen, enorme Mengen Strom und Wasser. Umweltlandesrat Stefan Kaineder (Grüne) legt jetzt die wasserrechtliche Bewilligung offen – und kritisiert die schwarz-blaue Landesspitze scharf.
"Wer einen Weltkonzern mit 'Googlehupf' und rotem Teppich in Oberösterreich begrüßt, muss den Menschen auch erklären, was dieses Projekt für ihr Land bedeutet", sagt Kaineder. Schöne Bilder vom Spatenstich seien schnell gemacht. Bei den entscheidenden Fragen herrsche aus seiner Sicht aber weiter "viel zu viel Nebel".
Für Kaineder sind zentrale Fragen weiter offen: Woher kommt der Strom? Welche Folgen hat der zusätzliche Bedarf für Netze und Preise? Und wer bezahlt die Infrastruktur? Auch ein nachvollziehbares Konzept für die Nutzung der enormen Abwärme fehle.
Kritik übt der Grünen-Politiker auch an der Kommunikation. Die wasserrechtliche Bewilligung wurde von der "Volo zwei GmbH" beantragt. Dass hinter dem Projekt Google steht, sei damit nicht sofort erkennbar. Details zu weiteren Ausbaustufen wurden später exklusiv gegenüber einem Medium bekannt gegeben.
"Bei einem Projekt, das so viel Fläche, Energie und Wasser braucht, darf Information kein Privileg für Eingeweihte sein", sagt Kaineder. Sein Vorwurf: "Stückweise Informationen, Decknamen und exklusive Ankündigungen schaffen kein Vertrauen, Transparenz schon."
Beim Wasser setzt die Bewilligung klare Grenzen: Für die Kühlung dürfen jährlich maximal 5,55 Millionen Kubikmeter entnommen werden. Ein Teil fließt erwärmt in die Enns zurück. Laut Fachgutachten ist das unter den vorgesehenen Bedingungen vertretbar. Kontrollen sind vorgeschrieben.
Eine Umweltverträglichkeitsprüfung ist für das gesamte Rechenzentrum nicht nötig. Das wurde 2020 rechtskräftig festgestellt. Kaineder will die Regeln ändern: "Ein Rechenzentrum dieser Größenordnung ist kein gewöhnlicher Gewerbebau." Wer Google nach Oberösterreich hole, müsse die offenen Fragen auch beantworten.