Auf vielen Höfen wird die Lage immer angespannter. Neben den unmittelbaren Folgen der Dürre belasten hohe Preise für Energie und Betriebsmittel die Betriebe. Die Landwirtschaftskammer OÖ spricht bereits von einer "existenzbedrohenden wirtschaftlichen Lage".
"Was sich hier auf dem Rücken der Bauernfamilien abspielt, ist inakzeptabel", kritisiert LK-Präsident Franz Waldenberger. Sein Vorwurf: Während die Betriebe um ihre Existenz kämpfen, werde in Wien "ideologisch taktiert, anstatt zu handeln".
Seit Wochen wird um die Finanzierung der Dürrehilfen gerungen. Das politische Tauziehen sorge bei den betroffenen Landwirten für zusätzliche Verunsicherung. Die Kammer macht dafür vor allem die SPÖ verantwortlich und wirft ihr eine Blockadehaltung vor.
"Für uns war immer klar, dass unser Land seinen Bürgerinnen und Bürgern in Naturkatastrophen und wirtschaftlichen Notlagen beisteht", erklärt Waldenberger. Genau diese Unterstützung würden sich nun auch die Bäuerinnen und Bauern erwarten.
Die Familienbetriebe würden zwischen den Folgen der Trockenheit und den geopolitisch bedingten Preissteigerungen bei Energie und Betriebsmitteln "regelrecht zerrieben". Für den LK-Präsidenten steht deshalb fest: "In einer solchen Ausnahmesituation ist klar, dass es zusätzliche Maßnahmen braucht: Wir müssen rasch helfen."
Konkret fordert Waldenberger den Entfall eines Quartalsbeitrags in der bäuerlichen Sozialversicherung. Das würde laut Landwirtschaftskammer eine Entlastung von rund 210 Millionen Euro bringen. "Die notwendigen Instrumente liegen längst am Tisch und sind ohne großen Verwaltungsaufwand umsetzbar", betont der Kammer-Chef.
Nun richtet er einen dringenden Appell an die SPÖ: "Die Zeit drängt. Jeder weitere Tag der Verzögerung verschärft die Lage auf den Höfen." Die Partei müsse den Weg für die rasche Lösung freimachen und "ihrer Verantwortung gegenüber den Bäuerinnen und Bauern endlich gerecht werden".